Der Leser Andreas, auch hier bekannt als „Westerwälder Bote“ bzw. Buchautor Puderbach „Deutschland, Deine Väter„, auf welches der Verein „Gleichmaß eV.“ als Buchtipp hingewiesen hat, schrieb vor einigen Tagen einen spannend zu lesenden – und sehr analytisch sezierenden Kommentar.

Dabei bezog er sich u.a. (und weit darüber hinausgehend) auf meinen Artikel zu, den sich ein wenig missachtet fühlenden Wissenschaftsbloggerinnen, deren Beitrag in einem entsprechenden Magazin auch nicht veröffentlicht wurde – und ein paar Hinweise bekam: „Empirie & ideologische Ausnahmen

Da dieser Kommentar weit über den themenspezifischen Inhalt hinaus ging, sollte er nicht untergehen. Eigentlich wollte ich diesen adäquat in Zitaten beschreiben, was zurzeit eine heftige Bronchitis mit allen Nebenwirkungen leider nicht zulässt.

Daher nun Vorhang auf für den Westerwälder Boten, Andreas Puderbach und seinen durchdachten Beitrag zum Artikel. Die Teilüberschriften sind von mir, der Lesbarkeit halber eingefügt:

GENDER UND WISSENSCHAFT

Das Problem liegt darin, das Anhänger des Gender noch nicht begriffen haben – und scheinbar auch nicht dazu in der Lage sind – das eine wissenschaftliche Arbeit, die für einen Fachverlag geeignet sein soll, eben gewissen Grundregeln unterworfen ist.

Sie verwechseln in aller Regelmäßigkeit subjektives Empfinden, beispielsweise in Bezug auf eine scheinbare, weil eben nur so empfundene Benachteiligung, mit dem Zustandekommen einer Theorie oder eben gar einer wissenschaftlichen Erkenntnis, nämlich derjenigen, das es eine Benachteiligung per se gäbe.

Und gerade deshalb, wird und kann man Gender in der Wissenschaft niemals ernst nehmen und es wird sich daran auch nichts ändern.

Gender Themen sind konstruiert, weil Gender selbst vom Konstruktivismus ausgeht und Geschlechter als konstruiert ansieht.

FEMINISMUS UND WISSENSCHAFT

Feminismus hingegen würde sich gerne bei der Durchsetzung eigener Interessen als Triebfeder in der Abänderung unerwünschter Konstrukte sehen, bezieht sich aber tatsächlich auf das biologische Geschlecht Frau, weshalb es einerseits einen Widerspruch in sich begründet und andererseits gar nicht mit Gender vereinbar ist.

Denn der Feminsimus betont ja ausdrücklich die Benachteiligung des weiblichen Geschlechtes schlicht mit der Begründung, das die benannte Benachteiligung stattfände, weil eben die Benachteiligten weiblich seien.

Wären Gender-Theorien als zutreffend erwiesen, könnte man schlicht durch Dekonstruismus vorhandene Strukturen ändern und Konstruiertes abändern. Wir wissen aber, dass es nicht geht.

Beispiel 1:
Eine tatsächliche Benachteiligung wäre zum Beispiel, wenn ein Metzger tatsächlich mehr Geld verdienen würde, wie eine Metzgerin, nur weil sie eine Frau ist.

Beispiel 2:
Eine nur empfundene Benachteiligung, also eine subjektive und eben nicht konstruierte, ist es dann, wenn man feststellt, das eben 95% der Männer Metzger sind und eben nur 5% der Frauen den gleichen Beruf ausüben und jetzt (siehe Quote) Feministinnen deshalb aufschreien würden.

Die Möglichkeit der freien Berufswahl von Frauen und Männern, widerspricht hier einer tatsächlichen Benachteiligung. Sie gibt es nämlich schlicht nicht. Begründen kann man dies auch aufgrund eben des biologischen Geschlechts und eben nicht auf angeblichen Konstrukivismus.

GENSCHLECHT UND BERUFSWAHL

Das also, wie beim obigen Beispiel, Frauen anders vorgehen als Männer, was das Erarbeiten einer wissenschaftlichen Arbeit angeht, ist unzweifelhaft richtig. Dies ergibt sich schlicht aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Hirnforschung. Also einer nachgewiesenen biologischen Begründbarkeit. Gender scheitert also als Konstrukt schon hier. Die Andersartigkeit begründet aber keinen Nachteil an sich. Dieser kann also nur subjektiv empfunden werden.

Wenn also nun tatsächlich von Frauen geschriebene wissenschaftliche Aufsätze weniger veröffentlicht werden als diejenigen die Männer geschrieben haben, und sich daraus ein Nachteil ersehen ließe, müsste man erst einmal die jeweils gleiche Anzahl von Arbeiten – also die der Männer in gleicher Anzahl, gegenüber der der Frauen – nebeneinander stellen und dann schauen, wie das zahlenmäßige Verhältnis zueinander in der Veröffentlichung ist.

Würde man eine Differenz zu Gunsten der Männer feststellen, wäre bei Fachaufsätzen zu klären, wie diese zustande kam. Diejenigen Wissenschaftler müssten dies begründen. Es ist zu unterstellen, dass sie es könnten. Insofern sie einen Fachaufsatz eben nicht veröffentlichen, weil er gewissen Grundsätzen nicht entsprach. Eine Benachteiligung ist insofern nicht erkennbar, da die Voraussetzungen zur Herstellung einer Facharbeit jeweils gleich waren.

DER PAY-GAP

Auch irren sich die Feministen in Bezug auf die Lohnschere. Auch diese halten sie für einen Nachteil. Nur dass es diesen kollektiv und also konstruiert nicht gibt. Erst einmal ist ein Kollektiv oder eine Gesellschaft eben nicht ein Zusammenschluß von Menschen, die alle das Gleiche wollen. Sie setzen sich lediglich aus vielen Individuen zusammen, die lediglich in etwa gleiche Interessen haben können.

Würden also nun plötzlich viele Männer den Beruf des Kindergärtners erlernen wollen, und gleichzeitig die Frauen weiterhin in diesen Berufszweig gehen – Metzger wollen sie ja nicht werden – so würden die Frauen mitnichten eine Lohnsteigerung zu verzeichnen haben, was sie vielleicht zu unterstellen versuchen. Denn nach ihrer Theorie müsste ja eine Lohnsteigerung stattfinden, da Männer per se besser bezahlt werden. Das ist aber eben nicht so.

Denn der ökonomische Blickwinkel wird vollständig vergessen. Viele Arbeitsplätze werden leider nicht ausschließlich nach Leistung und Kenntnisstand bezahlt, sondern unterliegen in großen Teilen Angebot und Nachfrage. Wenn das Angebot an Kindergärtnern/innen steigen würde, würde selbst die öffentliche Hand (denn einen freien Markt gibt es dort ja nicht) wohl kaum die Löhne anheben.

SUBJEKTIVITÄT UND (AB)WERTUNG

Das Ablehnen der sogenannten Bloggerinnen, unterlag also schlicht gewissen Grundregeln. Sie selbst begegnen dem aber nicht, indem sie versuchen ihre Arbeit besser zu machen, sondern indem sie einen subjektiv empfundenen Nachteil entgegen halten, mit dem niemand wirklich etwas anfangen kann. Denn ein anderer Schreiber hätte wohl schlicht versucht, seine Arbeit beim nächsten Mal besser zu machen. Einen Beweis tatsächlicher Benachteiligung werden die Schreiberinnen auch in Zukunft schuldig bleiben.

Zusätzlich begibt sich Feminismus und auch Gender in den gefährlichen und irrigen Bereich der subjektiven Wertung. Beide wollen festlegen, was höheren Stand und Ansehen hat und was nicht. Aber auch dies ist eine rein subjektive, vom jeweiligen Individuum festgelegte Ansichtsweise.

So stellt man eine Hausfrau als nicht emanzipiert und unterdrückt dar und möchte sie gerne in den Vorstandssessel heben.

Fragt sie aber nicht, ob sie dies überhaupt möchte! Denn vielleicht war es eben das größte Ziel zur Erreichung höchstmöglichen psychischen Einkommens (Glücklichkeit, Zufriedenheit) eben Hausfrau werden zu wollen. Sie empfindet ihre Tätigkeit also auch gar nicht als minderwertig und in dem Moment ist sie es auch nicht.

NORMIERT IM FEMINISMUS

Schlußendlich gefällt diese Ansichtsweise und Erkenntnis nicht den Gender-Anhängern und nicht den Feministen, die hier immer wieder Gleicheit in den Interessen und Zielen finden und doch eben ungleich sind. Also konstruieren sie ein Gebilde, das sich dann “die Frauen” nennt oder “die Unterdrückten” oder was auch immer, und vergessen, dass es solche Konstrukte nicht gibt.

In der Wissenschaft und Forschung werden sie so nie Einzug finden. In der Politik vielleicht schon eher, mit einem Wunschgedanken, den schon viele dunkle Epochen der Zeitgeschichte in sich trugen:

Den geformten Menschen …

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