Nanu, der Euro auf diesem Blog? Die Antwort ist relativ einfach: Ja!

Denn die Analogien sind nicht mehr zu übersehen. Ob es nun um Europa, oder Familie geht, einer hat immer zu zahlen. Und im ersteren Fall sind es die Steuerzahler, im letzteren eben die Männer und Väter.

Während Frauen mittlerweile die komplette Reproduktionsfreiheit haben, also sich entscheiden können, ob sie Kinder wollen oder nicht und sehr vielfälltige Möglichkeiten zur Verhinderung (Pille) bzw. Beseitigung (Babyklappen, Anonyme Geburt, Adoptionsfreigabe), haben Männer diese Optionen eben nicht. Denn im Falle eines Kinderwunsches der Frau, werden ihnen sämtliche Kosten (Unterhalt) auferlegt; ob sie es nun woll(t)en oder nicht. In Deutschland herrscht eine Zwangsvaterschaft – und damit eine Reproduktionsunfreiheit und staatlich auferlegtes Tragen aller Pflichten.

In einer Diskussion zu einem lesenswerten Beitrag von Lucas Schoppe, „Die Superheldin als Mörderin„, gab es im Anschluss dazu auch eine interessante Diskussion, die sich zu lesen lohnen könnte. Besonders interessant war in diesem Zusammenhang eine Meinung von „Crumar“:

„Es ist Frauen weiterhin gelungen, sich von ihren biologischen Zwängen weitgehend zu befreien (von Abtreibung, über Pille, Pille danach usw.), jedoch alle resultierenden Verpflichtungen bei einem Kind nach *Wunsch* auf den Mann abzuwälzen.

Am Beispiel England: Es kann mir niemand erzählen, dass drei Millionen Kinder in alleinerziehenden Haushalten alle Verhütungsunfälle waren. Was hier stattfindet, hat für mich alle Charakteristiken einer stillschweigenden und weitgehend konsensuellen Enteignung von Männern.

Brich den Betrag herunter auf die Anzahl erwerbstätiger Männer und sieh es als „Männersteuer“ – den Betrag haben Männer im Jahr zu zahlen für die völlige reproduktive Entscheidungsfreiheit der dortigen Frauen.

Und das .. ist der Witz: So lange dich der „patriarchale“ Staat zwingen kann, diese Steuer zu bezahlen, die ausschließlich im weiblichen Interesse ist, kann von einem patriarchalen Staat nicht die Rede sein, den Reproduktionsinteressen von Männern JEMALS interessiert hat.“

EINE ANDERE FEHLKONSTRUKTION: DER €URO

Auch hier scheint es so zu sein, dass die Einen egoistisch nehmen und die Anderen gefälligst altruistisch zu geben haben; ob sie nun wollen oder nicht. Mit dem ‚kleinen Unterschied‘, dass es sich hier um ganze Nationen und Volkswirtschaften handelt.

Aktuell sieht man das am Beispiel Griechenland und an unsäglichen Diskussionen nebst Newstickern im Sekundentakt in den Medien. Da hat ein ganzes Land über seine Verhältnisse gelebt – und fordert trotzdem munter weiter. Oder – um es in den Kontext dieses Blogs zu übersetzen: Zahlen musst du als Vater schon, ob du dein Kind aber siehst, dass ist nicht deine Entscheidung ...

Verlieren tun am Ende Alle, ob nun bei der Geburtenrate, dem Niedergang der Familie oder dem Versinken ganzer Länder.

Das Blog „Cashkurs“ nahm sich den ganzen Fehlkonstruktionen am Beispiel des Euros an und veröffentlichte einen interessanten Leserbrief, welcher (leider) unausgesprochen auch die Mängel im Familienrecht beschreibt. Wie im Kleinen, so halt eben auch im Großen. Hier nun der Kommentar eines Lesers; wenn man so will, ein Exkurs. Er zeigt die perfiden Mechanismen eines „mitgefangen heißt mitgehangen“ deutlich auf und verweist, nicht zu Unrecht, auf missbrauchtes Vertrauen nebst einer Selbstbedienungsmentalität:

„Immer offensichtlicher zeigt sich, dass die Einführung des Euro nichts mit Ökonomie zu tun hatte. Vielmehr handelte es sich seit Anbeginn um ein politisches Projekt.“

Na ja – also, die Tatsache, dass Griechenland niemals im Euro hätte aufgenommen werden dürfen ist nicht etwas, was sich jetzt erst langsam herauskristallisiert, eine Sichtweise, die man so aus Ihren Zeilen herauslesen könnte. Diese Tatsache ist vielmehr schon seit mindestens einem Jahrzehnt allseits bekannt. Mindestens so lange nämlich ist es schon her, dass die europäische Statistikbehörde Eurostat bei der Kontrolle der Haushaltszahlen von Griechenland auf „Ungereimtheiten“ gestoßen ist, die von den zuständigen griechischen Ministerien und Behörden nicht „erklärt“ oder gar ausgeräumt werden konnten.

Ich will an dieser Stelle nicht mehr die Berge von Tricks und Betrügereien aufzählen, die die griechische Regierung inszeniert hat, um in den Euro zu kommen und darin zu bleiben. Auch hier auf cashkurs ist in den letzten Jahren in gefühlt hunderttausenden von Artikeln und Leserbriefen auf die schmutzigen Details dieser Betrügereien Griechenlands eingegangen worden.

Erinnert sei an dieser Stelle nur an ein Erlebnis, das Otmar Issing, langjähriger Chefvolkswirt der Bundesbank und der EZB, in einer Dokumentation zur Griechenlandkrise aus dem Jahre 2012 (jetzt auf Phoenix wiederholt) erzählt hat. Otmar Issing erzählte von der Zeit, um 2002 oder 2003 herum, in der das griechische Zahlenwerk zum BIP, zu Einkünften und Ausgaben bei immer mehr Fachleuten in Brüssel und der EZB auf zunehmenden Unglauben gestoßen ist. Bei einem Spitzentreffen hat Issing damals einen seiner griechischen Kollegen persönlich und direkt auf diese Ungereimtheiten angesprochen. Der griechische Kollege hätte ihm, so Issing heute, nur mit einem strahlenden Lächeln tief in seine blauen Augen geschaut und gesagt „Otmar, du wirst mir doch wohl glauben?“

Otmar Issing hat ihm geglaubt, aber es war alles gelogen, trotz des strahlenden Lächelns des griechischen Kollegen, und Otmar Issing hat selbst viele Jahre danach in diesem Interview zu erkennen gegeben, wie tief ihn diese persönliche Täuschung und Enttäuschung getroffen hat, und wie sehr jegliches ehemals vorhandene Vertrauen auf zwischenmenschlicher Ebene dadurch auf Dauer zerstört worden ist.

Bei den Betrügereien Griechenlands wurde schon immer mit härtesten Bandagen gearbeitet, und all das verborgen hinter einem strahlend, gewinnenden Lächeln. Erinnert Sie das an irgendetwas? Vielleicht an das strahlend gewinnende Lächeln eines Alexis Tsipras in unseren Tagen?

Und noch eins; die Propagandaparolen der linken und linksextremen Szene hier in Deutschland, demzufolge Deutschland der größte Profiteur der Einführung des Euro gewesen wäre (woraus dann die linke Szene argumentativ zu schlussfolgern versucht, dass die Deutschen Steuerzahler, im Sinne eines mittelalterlichen Ablasshandels, nun gefälligst auch Milliarden von Euro nach Griechenland abzutreten haben) werden auch dann nicht richtiger, wenn man sie ständig wiederholt. Deutschland hat in den ersten Jahren des Euro in keinster Weise von der Einführung des Euro profitiert, auch wenn die linke Propaganda dies den Bürgern in unserem Lande tagein tagaus weiszumachen versucht. Vielmehr kam es nach Einführung des Euro zu massiven Kapitalabflüssen in die südliche Euro-Peripherie. Darauf hat auch Hans-Werner Sinn immer und immer wieder hingewiesen. Genützt hat es aber ganz offenkundig gar nichts, selbst hier bei cashkurs nicht.

Schaut man sich die Wirtschaftsdaten der Euroländer von 1995 bis 2011 an, wie dies Hans-Werner Sinn in seinem Buch „Die Target Falle“ gemacht hat, so erkennt man, dass Deutschland bis zum Jahr 2005 sogar das Schlusslicht im Wachstum aller Euro-Länder war. Hans-Werner Sinn erinnert in diesem Zusammenhang an einen Bundestagsabgeordneten der CDU, der 2002 eine rote Laterne durch den Plenarsaal trug, sehr zum Missfallen von Gerhard Schröder und den Journalisten des sog. „öffentlich-rechtlichen“ Rundfunks, um zu verdeutlichen, in welchen Schwierigkeiten Deutschland steckte.

Erst nach 2005 ging es mit dem Wachstum in Deutschland langsam, sehr langsam aufwärts. Die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands, die sich durch die Einführung des Euro ergeben haben, waren damals der Hauptgrund dafür, dass Gerhard Schröder und der Deutschlehrer Hans Eichel, damals kurioserweise als Finanzminister unterwegs, im Jahre 2002 in Absprache mit Frankreich das 3% Defizit-Kriterium des Maastricht Vertrages (des sog. Stabilitätspaktes) de facto abgeschafft haben, einer der Ursünden der Euro-Union, die uns bis heute die Probleme einbrockt, mit denen wir jetzt zu kämpfen haben.

Woran lag dieser Absturz Deutschlands? Er lag an der Einführung des Euro! Die ersten Jahre des Euro waren für Deutschland extrem schwierig, weil ein immer größerer Teil seiner Ersparnisse ins südliche Euro-Ausland abfloss. Deutschland wurde damals zum weltweit größten Kapitalexporteur hinter China und hatte eine massive Standortdebatte, die mit ein Auslöser für die Einschnitte der Agenda 2010 von Gerhard Schröder waren. Dass die Löhne der deutschen Industriearbeiter damals die höchsten der Welt waren, passte nicht mehr zur wachsenden Standortkonkurrenz, die dadurch entstanden war, dass mit der Einführung des Euro die höheren Kosten deutscher Arbeitnehmer erbarmungslos sichtbar wurden. Denn, der Euro schuf damals vor allem eines, eine bislang nicht mögliche Transparenz bei Preisen und Löhnen, die aufgrund der weggefallen Wechselkursunsicherheit dazu führte, dass Unternehmen aufgrund von Lohnkostenvorteile eine Standortverlagerungen in diejenigen Euroländer vollzogen, in denen die Arbeitskräfte billiger waren, und deutsche Lebensversicherer deutsche Ersparnisse mehr und mehr in die Billiglohnländer der Euro-Zone verlagerten, weil sie dort durch den Euro plötzlich attraktive Geldanlagen sahen, viel attraktiver als im einheimischen deutschen Markt. Kurz: die Einführung des Euro mit Beseitigung der Wechselkursunsicherheit war für die Südländer im Euro jahrelang ein Segen – und für Deutschland ein Fluch!

Das Ende von diesem bösen Euro-Lied war, dass die Löhne in Deutschland massiv nach unten korrigiert worden sind, nicht zuletzt „Dank“ der Agenda 2010 der rot-grünen Bundesregierung. Darunter haben die Leistungsträger hier in Deutschland, also die Vollzeitbeschäftigten, die für relativ wenig Geld arbeiten, weil sie ihren Arbeitsplatz nicht gefährden wollen, bis heute zu leiden.

Ich will an dieser Stelle nicht noch mehr zu Griechenland schreiben, z.B. zu der völlig maroden Verwaltung, die der eigentliche Hauptgrund dafür ist, dass Griechenland nicht auf die Beine kommt, nicht zu der Steuerverweigerung der vielen wohlhabenden, reichen und superreichen Griechen, die der eigentliche Grund dafür ist, dass es für diejenigen Griechen, die in prekären Verhältnissen leben, keine soziale Unterstützung durch den griechischen Staat geben kann (es mangelt schlicht an Steuereinnahmen!), und auch nicht mehr dazu, dass nach einer Erhebung der EZB aus dem Jahre 2013 der Vermögensmedian der Griechen bei 102.000 Euro liegt, mithin also 50% aller Griechen ein Privatvermögen zwischen 102.000 Euro und vielen Millionen besitzen, im Gegensatz zu den im Vergleich dazu armen Deutschen, bei denen der Vermögensmedian nur bei 51.400 Euro liegt, mithin also 50% aller Deutschen ein Privatvermögen nur zwischen 51.400 Euro und vielen Millionen ihr eigen nennen. Es ist, auch hier bei cashkurs, in den zurückliegenden Jahren viel darüber geschrieben worden.

Ich will zum Schluss nur noch einen Satz zu den angeblichen Katastrophen schreiben, die uns und der Welt angeblich beim Grexit drohen. Tatsache ist, dass sich etliche Euroländer schon vor langer Zeit mit dem Austritt aus dem Euro beschäftigt haben, nicht nur dem Austritt Griechenlands, sondern auch ihrem eigenen Austritt. Das wurde z.B. in einer Sendung des niederländischen Fernsehens Ende 2014 bestätigt, in der ein holländischer Finanzbeamter über die konkreten Überlegungen zum Austritt aus dem Euro-Verbund berichtete, die zum Höhepunkt der Finanzkrise zwischen Deutschland und den Niederlanden abgesprochen worden sind.

Diese Pläne existieren also schon seit langem, sowohl für Griechenland, wie auch für andere Länder. Dass es dennoch immer noch nicht zum Grexit gekommen ist, liegt nicht etwa an vermeintlichen Katastrophen, denen wir entgegensehen, wenn ein so winziges Land wie Griechenland zur eigenen Währung zurückkehrt; es liegt wahrscheinlich an den USA, die von den Euro-Ländern unmissverständlich verlangt haben sollen, Griechenland um jeden Preis in der Euro-Zone zu halten, auch wenn die anderen europäischen Partner sämtliche dafür anfallenden Kosten auf Dauer tragen müssen. Der Grund hierfür ist, aus Sicht der USA, dass Griechenland die „Südflanke“ der NATO gegenüber Russland absichern soll.

Das weiß auch der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras, und vielleicht beruht auch auf diesem Wissen sein strahlendes, gewinnendes Lächeln, ähnlich dem Lächeln, mit dem Otmar Issing damals von seinem griechischen Kollegen über den Tisch gezogen worden ist.

(Kommentator: „Dawn“)


Ob der Vergleich von Euro, Feminismus und Familienrecht zu weit her geholt ist, das mag jeder Leser selbst entscheiden. Frappant ist aber zu sehen, wie sehr und ähnlich sich das politische „Weiter so!“ in allen Bereichen Tag für Tag fortsetzt – in Richtung Abgrund.

Was u.a. die EU noch so fabriziert, hat aktuell Hadmut Danisch analysiert; im Hinblick auf eine  „European Women Shareholders Demand Gender Equality“ Initiative: „Stell dir vor, es ist Pressekonferenz, und keiner geht hin

Auch Wolle Pelz war dort anwesend und beschreibt seine Gedanken hier: „EWSDGE – Juristinnen fordern „Gender Equality“ – das Pressegespräch

Und so schließt sich der Kreis, gefördert von Mitteln der EU, dem BMFSJ, der Uni Stendal und des BM für Justiz und Gleichstellung. Es ist, wie auch schon beim Euro und im Familienrecht lediglich eins:

Eine Fehlkonstruktion!

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