Vorab: Hier geht es nicht um Wahlwerbung, sondern eine Betrachtung dessen, wie man Plakate auch ehrlich gestalten kann. Jeder kann und muss für sich selbst und vor seinem Gewissen entscheiden, welcher Partei er den Vorzug gibt.

Wer kennt sie nicht, die ewig gleichen Bilder im Schilderwald vor den Bundestags-, Landtags- oder Regionalwahlen? Abgedroschene Slogans, heruntergebrochen auf Buzzworte, welche in ihrer Beliebigkeit so austauschbar sind, wie die Porträts der Politiker, die dahinter stehen. „Gerechtigkeit“, „Sicherheit“, „Europa“ etc.pp.

Und nun präsentiert eine Partei sowas (Bild beschnitten, s.o.)

„Warum ich für mein Land kämpfe?
– Na raten Sie mal“

Im Bild zu sehen, eine Mutter mit ihrem Kind und einer klaren Ansage an die Wähler, doch mal über Dinge wie die Zukunft nachzudenken. Es wäre wohl übrigens zu wünschen, dass man das Gleiche auch noch mal mit dem oder einem Vater wiederholt. Und als Abschluss solcher Trilogie die Familie zeigt, wie die Eltern gemeinsam das Baby halten. Den Text könnte man dabei unisono stehen lassen.

Letztendlich ist es ein sehr ehrliches Poster, im Vergleich zu anderen politischen Organisationen, da man kontextuell sehr realitätsbezogen in die Pflicht genommen wird. Aber was machen die Medien daraus? Instrumentalisierung! Zum Beispiel:

Das Kind als Waffe

„Ich habe vier Kinder, Angela Merkel hat keine“, hat Frauke Petry einmal gesagt. Jetzt kam ihr fünftes Kind auf die Welt, und Petry posiert mit ihm auf einem Wahlplakat der AfD. Das hätte sie lieber gelassen, meint unser Autor.

Und kommt im „Focus“ zu dem Sub-Title: „Wahlplakat statt Mutterkreuz“

Alle anderen Mainstream-Medien blasen selbstverständlich ins selbe Horn:

  • Spiegel„:
    Dass ein Politiker das eigene Kind, noch dazu ein so junges, auf diese Weise politisch nutzt, kommt äußerst selten vor. Der Schill-Partei-Kandidat Ulrich Marseille warb 2002 ebenfalls offensiv mit seinem Baby, und der CSU-Chef Franz Josef Strauß zeigte sich 1980 mit Tochter Monika – die damals aber auch schon 18 Jahre alt war.
  • Tagesspiegel
    Petry und ihr Baby – ein Tabubruch
    Frauke Petry posiert mit ihrem Baby für ein AfD-Wahlplakat. Ein Kind als Mittel im Machtkampf und Beleg für Ideologietreue ist abstoßend.
  • Der Westen
    „Kritik an AfD-Wahlplakaten: Missbraucht Frauke Petry ihr eigenes Baby für Partei-Werbung?“
  • Bild
    „Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl und sinkender Umfragewerte versucht die Chefin der Rechtspopulisten mit allen Mitteln Aufmerksamkeit zu bekommen.“

Hauptsache, man konnte die Schlagworte wieder in die Leser, wider einer bestimmten politischen Ausrichtung in deren Hirne hämmern. „Missbrauch“, „Rechtspopulismus“, (rechte) „Ideologie“ usw. Dabei greift man noch tief in die konservative Mottenkiste wie „Schill-Partei“, „Franz Josef Strauß“, fehlt nur noch, das man Analogien zu Kindern den Kopf tätschelnden Nasenbärten der 30er Jahre aus einem vergangenen Jahrhundert herstellt.

Und so geht es in einem weiter. Dabei wohl nicht vergessend, dass es in den 1953er Jahren schon Ähnliches zum Wahlkampf gab (Todfeinde der Linken):

https://i1.wp.com/www.bpb.de/cache/images/1/149751-1x2-original.jpg

Denn das Volk soll sich lieber an präpensionierten Menschen laben, deren Gesichter es schon lange nicht mehr sehen kann. Also an Leuten, welche abgesichert in der politischen Blase leben – und deren Gesichter und Phrasen viele Wähler weder sehen noch hören möchten bzw. können.

Nutznießer also, die über Renten entscheiden, aber von Pensionen leben. Am Trog labende, die soziale Experimente (Massenmigration, Gender-Mainstreaming, Bildungspolitik, Euro-Resterampe) übers Land gießen und den Bezug zum „hacht arbeitenden Menschen“ (Martin Schulz) schon lange alternativlos verloren haben: „Sie kennen mich!“(Angela Merkel, „nun sind sie nun mal da“).

Und da kommt eine Frau mit Baby, welches in einem Jahr keiner mehr wiedererkennen wird, daher und wagt es von „Zukunft“ zu reden?

Das ist das wohl ehrlichste, was man bisher auf Plakaten lesen durfte.
Denn es fordert die Wähler zum Nachdenken geradezu heraus!

Es provoziert also zum Abgleich (wird immer ‚Faktencheck‘ genannt).

Sidekick: „Tichys Einblick“ über das Tabu „Einwanderung“ im Wahlkampf.

„Aktuelle Umfragen zeigen, dass nach wie vor kein Thema die Deutschen so sehr bewegt wie die Zuwanderung. Normalerweise sollte die Zuwanderung im Mittelpunkt des Wahlkampfes stehen – doch davon kann gar nicht die Rede sein. „

Es gibt wohl noch mehr: Eurorettung/-zone, Energie, Bildung, Familie …


Persönliches: Ich sage es noch mal; hier geht es nicht um eine Wahl-Empfehlung, sondern um die Klarheit in der Bild- und Textaussage.

Natürlich haben viele Parteien „Familie“, „Zukunft“, „Renten“, „Bildung“ usw. auch auf die Plakate gepappt. Aber es sind die aktuell präsentierten Gesichter, welche uns diesen Mist erst eingebracht haben. Genau so nichtssagend sind eben auch ihre Slogans unter den immerselben Konterfeien.

Bringt es den Wähler dazu, mal die saturierten Politikgesichter mit der ringsum existierenden Realität abzugleichen? Nein, denn es ist gar nicht gewünscht.

Erschreckend ist aber auch zu sehen, wie die Medien sich auf etwas fixieren, was, in ihren veröffentlichen Meinungen, bestimmte Gruppierungen bestmöglich negativ konnotieren kann – und dabei den eigenen Balken vor dem Gesicht ignoriert.

Man manipuliert & diffamiert lieber, anstatt zu informieren und hinterfragen.
Eine mögliche Quelle dazu wäre z.B.: Die Familie und ihre Zerstörer (DFuiZ).

Die jüngst und früh verblichene „Agentin“ würde es wohl Familismus nennen

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