… und behindern die Feuerwehr!

Kommt einem das gerade bekannt vor? Das dürfte es in etwa. Nur dass akutell & momentan ein Wohnheim ausgebrannt ist – und die Politik nebst Medien es seit Tagen rauf und runter peitschen.

Vorab: Beides ist nicht gutzuheißen, aber hier geht es um einen Vorfall aus dem Jahr 2013 in Hannover/Garbsen und die Unterschiedlichkeit beider Brände in der öffentlich medialen und politischen Behandlung.

Die Presse tat Alles, um möglichst zu vermeiden, dass der Eindruck entstehen könnte, Ausländer hätten damit irgendetwas zu tun gehabt; bis auf wenige Ausnahmen. Man stelle sich nur vor, eine Moschee wäre niedergebrannt, was dann damals hier los gewesen wäre. Aber es ging ja ’nur‘ um das hier:

 Die ausgebrannte Willehadi-Kirche. Bei dem Brand im Juli entstand ein Schaden von rund einer Million Euro – aber auch in ihrer Stadt ist etwas kaputt gegangen, sagen die Menschen in Garbsen

Da folgten keine Pressererklärungen oder Betroffenheitsbekundungen der Politik, bzw. die Forderung nach einem härteren Vorgehen gegen solche Extremisten. Im Gegenteil: Die größte Sorge war, dass „Rechte“ dies für ihren „Hass gegen Ausländer“ vereinnahmen würden.

Und der „Spiegel“ schwieg das Thema gleich ganz tot. Neben der „FAZ“, die allerdings den Migrationshintergrund so gut wie möglich irgendwie zu verdecken suchte, machte die „Welt“ das Ganze mal kurz zum Thema in den Leitmedien:

Billig-Wodka kippen und danach Container anzünden (Welt)

Im Juli wurde in Garbsen bei Hannover eine Kirche angezündet. Seitdem wehrt sich die Stadt: Gegen Verfall, Jugendkriminalität und Rechtspopulisten, die daraus einen Religionskrieg basteln wollen.

[..] Bringt doch alles nix, sagt Monika Pollmann. Sie sitzt in „Abu’s Mini Shop“ auf dem Platz hinter Kirche, eine Art inoffizielles Stadtteilzentrum, denn Café-Besitzer Abdulah Seygül serviert köstlichen Tee, schnackt mit den Leuten und kann jeden Tag mit Nachrichten aufwarten, die mit „Hast Du schon gehört?“ anfangen. Aber was kann man denn tun? „Fahrradstreifen der Polizei, das wär super“, sagt Frau Pollmann. Die können Verdächtige besser verfolgen. Und sonst? Sie schweigt. Soll man jeden einsperren, der nachts säuft oder lärmt oder vielleicht einen Container anzündet? „Wir wollen einfach nachts ruhig schlafen können“, sagt sie.

[..] Im März verurteilte das Amtsgericht Neustadt den Garbsener Intensiv-Täter Mohammed K. zu zwei Jahren auf Bewährung; die Anklage warf ihm unter anderem Körperverletzung, Raub, Diebstahl und Brandstiftung vor. Der heute 21-Jährige entschuldigte sich bei einem Jugendlichen, den er zusammengetreten hatte, mit den Worten: „Ich dachte, du wärst Deutscher.“ …

Brandstiftung als Spektakel (FAZ)

Zwei Jugendbanden tyrannisieren Garbsen nahe Hannover. Mal werden Müllcontainer angezündet, mal Mehrfamilienhäuser. Jüngst sogar eine Kirche.

[..] Im März stand einer der Anführer der Garbsener Jugendgang, 21 Jahre alt und mit einem Dutzend Vorstrafen, vor dem Amtsgericht Neustadt. 26 Taten in 13 Anklagepunkten wurden ihm vorgeworfen, darunter Bedrohung, Körperverletzung und Raub. Als die Richterin zwei Jahre Jugendstrafe auf Bewährung gegen ihn verhängte und er freigelassen wurde, feierten ihn seine Freunde wie einen Helden.

Fällt etwas auf? Zum Beispiel, dass die Feuerwehr beim Löschen des Brandes massiv behindert und verspottet wurde zum Beispiel? Oder, dass man klatschte, als das Gebäude in sich zusammenfiel? Dazu fand sich nur in den regionalen Zeitungen etwas, zum Beispiel in der „HAZ“, der Hannoversche Allgemeine Zeitung:

Kirchenbrand macht Garbsen sprachlos (HAZ)

[..] Entsetzen und Sprachlosigkeit auf der einen Straßenseite, Sensationsgier und Häme junger Menschen auf der anderen. Das ist eines von vielen Bildern aus der Nacht zum Dienstag. Die Serie der Brandstiftungen ist eskaliert: Die Willehadikirche ist ausgebrannt. Das ist mehr als ein Millionenschaden. Die Gemeinde hat ihre Heimat verloren.

[..] „Ich bin erschüttert, dass nicht alle erschüttert waren in dieser Nacht“, sagt Pastorin Renate Muckelberg und meint Szenen, die Feuerwehr und Polizei erleben mussten: Fast ausgelassen tobende Jugendliche am Sperberhorst, hämische Rufe und provozierend nah vorbeirasende Halbstarke auf Rädern; überall filmen Mobiltelefone.

Selbst da vermied man es aber sorgsam, die Nationalität der Jugendlichen auch nur zu erwähnen. Letzendlich klärt es sich aber trotzdem auf, vor allem, wenn man eine Bildunterschrift zu diesem Foto liest bzw. Eins und Eins addiert oder eben zusammenzählen kann:

 Eine Frau mit Kopftuch geht an einem zerbrochenen Schaufenster vorbei. Rund 100 Nationen leben in in Garbsen (Niedersachsen). Der Stadtteil Auf der Horst gilt als sozialer Brennpunkt mit hohem Ausländeranteil und vielen Arbeitslosen

Eine Frau mit Kopftuch geht an einem zerbrochenen Schaufenster vorbei. Rund 100 Nationen leben in in Garbsen (Niedersachsen). Der Stadtteil Auf der Horst gilt als sozialer Brennpunkt mit hohem Ausländeranteil und vielen Arbeitslosen (Bildquelle und Text: „Welt“)

WIE ANDERS DAGEGEN DIE GEGENWART

Die Vorfälle in Bautzen und Clausnitz haben erneut den Fremdenhass einiger Deutscher gezeigt. Bundesjustizminister Heiko Maas fordert konsequente Verfolgung von Straftaten und intensiven Dialog. mehr…

„Auch wer rumsteht und grölt, macht sich schuldig“ (Heiko Maas)

Und so geht das jetzt seit Tagen und mit einer eindeutig indigenen Täter-Benennung in den Medien, die hier nun nicht weiter breit getreten werden muss, da unisono und sowieso bekannt.

Wird da mit zweierlei Maß in der Berichterstattung vorgegangen,
werden da Tätergruppen unterschiedlich journalistisch behandelt?

Dass zum Beispiel eine abgefackelte Kirche nicht so schlimm sei und das Ganze nur ja nichts mit zugewanderten Ausländern zu tun hat – aber dass es ganz schlimm ist, wenn ein Asylantenheim brennt, wo man sehr schnell meint, die Schuldigen gefunden zu haben!

Die Frage sei wiederholt: Was wäre wohl bei einer ausgebrannten Moschee los?

Noch ein Nachsatz: Beim Feminismus, dem Gender-Mainstreaming oder im Schreiben über Väter, wird größtenteils auch nicht anders vorgegangen.

– Es ist ein einziges mediales und politisches Trauerspiel.


PS und Persönliches: Ich habe in Garbsen mal ein Projekt gemacht und kenne daher ein paar Ex-Kollegen noch persönlich. Einer von denen war in der Nacht dabei – und er war erschüttert über die Vorgänge vor der Kirche. Am meisten hat ihn dabei der Volksfest-Charakter angewidert bzw. dass die Feuerwehr teils behindert wurde und/aber vor allem der sich danach & anschließend, frenetisch einstellende, Schluss-Applaus beim Einsturz des Gebälks. So stelle er sich „die Progrome der Nazis“ vor, sagte er abschließend und resigniert dazu.

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