Klingt komisch – wieso eigentlich? Es gibt doch, für Alle, die „Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen“-Phrase, welche die Politik tagtäglich auf Menschen, und als Monstrum formuliert, auf jeden Menschen hernieder prasseln lässt.

Und Sprache ist doch angeblich so flexibel, dass man sie nicht wachsen lassen kann, sondern Wucherungen „Top-Down“ implementieren muss. Am besten noch garniert mit Ampeln, die keinerlei Hinweise auf eine – der Bevölkerung unterstellt – und angeblich latent vorhandene ‚Lesbophobie‘ mehr zulassen.

Denn heute ‚gendert‘ man nicht nur fröhlich Signalanlagen, Zebrastreifen, Friedhöfe und Kinder. Nein, aktuell vergreift man sich jetzt auch noch am akademischen Nachwuchs (oder an dem, was man dafür hält).

Und diesbezüglich engagierte Germanistinnen heulen gleichzeitig herum, weil sie keine Arbeitsstelle finden. Aber es geht hier nicht um Jasna und ihre Stricke, welche sie sich selbst gedreht hat.

Sondern es geht um die mehr und mehr um die sich greifendende Manie von  Sozio*innen, welche die gesamte Welt umbiegen wollen – Zurnot mit Gewalt!

Hadmut Danisch hatte dazu etwas ausgegraben:

Soziologie als Gesellschaftsmülltonne

Der Diplomvolkswirt und Fraktionsvorsitzende der SPD, Helmut Schmidt, erklärte am 6. Oktober 1968: “Wir haben viel zuviel Soziologen und Politologen. Wir brauchen viel mehr Studenten, die sich für anständige Berufe entscheiden, die der Gesellschaft auch nützen.” Und sein Koalitions-Genosse, der Wissenschaftsminister und beurlaubte Kieler Privatdozent für Neuere Geschichte Gerhard Stoltenberg (CDU), verkündete mit großer Geste, das Heil von Staat und Wirtschaft hänge zwar von mehr Naturwissenschaftlern und Computer-Experten ab, für ein weiteres Anwachsen der Zahl von Sozialwissenschaftlern bestehe dagegen kein Bedarf.

Sogar Soziologie-Professoren wie der Kölner Erwin Kurt Scheuch fragen nur noch rhetorisch: “Produziert die Soziologie Revolutionäre?“

[..]Inzwischen verstopft aber die explosionsartig angestiegene Zahl von Studenten in den Sozialwissenschaften Seminare und Bibliotheken und spottet jeglicher Statistik. Ralf Dahrendorf erinnert sich: “Mancher deutsche Kollege, der vor acht Jahren seinen Lehrstuhl übernahm, war stolz auf die ersten fünf oder zuweilen zehn Studenten, die Soziologie als Hauptfach belegten. Heute gibt es an seiner Universität zwar einen zweiten, auch dritten Lehrstuhl; aber aus den zehn Studenten sind an einer Reihe von Orten fünfhundert, achthundert, tausend und mehr geworden. In der Bundesrepublik gibt es heute mit Sicherheit mehr als 5000, wahrscheinlich etwa 8000 Studenten der Soziologie.”

Das Anwachsen der Zahl sozialwissenschaftlicher Absolventen in den letzten acht Jahren von 828 auf 4000, also eine Steigerung von 400 Prozent, bei den Politologen allein sogar um 1500 Prozent, konstatierte vor wenigen Monaten die Verwaltungsoberrätin Dr. Höhborn von der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung in Frankfurt.

Das war vor 50 (in Worten: fünfzig) Jahren; einem halben Jahrhundert also! Und es mag erklären, woher ein ehrwürdige Alt-Kanzler seine Inspiration zu diesen und seinen legendären Worten gefunden hat:

„Wer Visionen hat – der sollte mal zum Arzt gehen“
Helmut Schmidt, Bundeskanzler a.D.

Nun, Herr Schmidt, dass sind diese Patienten aber nicht. Sondern sie diffundierten letztendlich durch die Institutionen und labe(r)n sich jetzt – endlich staatlich versorgt – an dem, was sie einstmals erbrochen haben.

Und sie generieren ihren Nachwuchs.

Denn aktuell gibt es Universitäten (die HU aus Berlin kann man schon gar nicht mehr dazu zählen), die eine „gendersensibler Sprache“ fordern. Das heißt im Klartext: Lesen und die Abhandlung von Arbeiten zu verunmöglichen!

Denn anstelle eines wissenschaftlichen Nachdenkens über eine These, ist der Student nun angehalten, gendergerecht zu formulieren. Es sei an dieser Stelle mal fiktiv karrikiert:

„Mitose (griech. μίτος mitos der oder die ‚Faden/Fädin‘), Karyokinese (griech. κάρυον karyon ‚Kern‘, κίνησις kinesis ‚Bewegung‘) oder indirekte Kernteilung bzw. -Innen ist die Zell_innen_kernteilung bei ZellInnen von eukaryotischen Lebewes*Innen. Im Anschluss an die KernteilunX erfolgt meistens die Teilung des/der Zellleib.I.nnen (Zytokines_in)“

Letztendlich geht es übrigens um Befruchtung und Zellteilung. War der Text vorher schon schwer verständlich, so ist er nun total unleserlich geworden. Das mag aber in diesem Fall eventuell die Schuld des fiktiv gendernden Autors sein.

Aber zurück zum Thema: Dem Studenten, der Studierienden oder was auch immer, wird es egal sein. Denn mittlerweile drohen Punktabzüge, wenn man seine Texte nicht in Gender-korrekter Sprache abhandelt. Es fuchtelt und droht mindestens einen Punkt Abzug und nicht alle sind -zum Glück- mehr bereit, solches so einfach hinzunehmen, worauf die „Junge Freiheit“ in einem Artikel von Birgit Kelle hinwies:

Wehrt euch!

Mein persönlicher Held der Woche heißt Sebastian Zidek. Der Student an der TU Berlin hat vorgemacht, wie man dem Gender-Unsinn an deutschen Universitäten am besten begegnet: Man macht einfach nicht mit. Seine Arbeit im Seminar „Einführung in das Verkehrswesen“ sollte er nämlich laut einem Bericht von Telepolis in „gendersensibler Sprache“ verfassen.

Angeblich sei dies laut Richtlinie „BMFSFJ 2012“ eine Vorgabe seitens der Universität. Zidek widersprach. Selbst die latente Drohung, er bekomme eine schlechtere Note und „alles Diskutieren“ werde ihm nicht helfen, ließ er nicht auf sich sitzen und wandte sich an die Rechtsabteilung der TU. Und siehe da, die ominöse Richtlinie „BMFSFJ 2012“ mit der angeblichen Verpflichtung zu unsinniger gendersensibler Sprache existiert gar nicht. Wissenschaftliches Arbeiten ist das einzige Kriterium, das für die Benotung zählt.

So einfach wäre es, wenn endlich alle Studenten aufwachen und sich ihren Professoren, „Profx“ oder „Professor_*Innen“ oder wie sie sonst noch gern genannt werden, einfach in diesem Punkt widersetzen. Stell dir vor, es gendert – und keiner macht mit.

Recht hat er, der Student Zidek. Und es ist zu unterstützen, solche Themen jetzt endlich mal aufs Tapet zu bringen. Denn:

Wenn wir tatsächlich eine „Rape-Culture“ haben sollten, dann ist es diejenige, welche  Soziologen, Feminismus, Germanismus und ein absolut frauenzentrierter Möchtegern-Humanismus, jetzt als Kultur ganz vergewaltigt sehen möchten.

Soziologie wird im Volksmund auch als ‚Gesellschafts-Klempnerei‘ bezeichnet.
Nun hat sie es, immerhin, zum Rohrkrepierer und Wasserrohrbruch geschafft.

Glaubt irgend jemand wirklich ernstaft, die hören damit auf, wenn Alles nur noch sächlich formuliert wird? Also, liebe Studierendinnen, haltet euch ‚ran – es gibt noch viel zu tun …

Mit Dank an JAWOS-Woche für seine Links


Thematisch ähnliche oder verwandte Beiträge:

Advertisements