Wenn man sich mal die Ereignisse der letzten Wochen so ansieht und viele Kommentare oder Blogbeiträge liest, dann kann man schon arg ins Grübeln kommen.

Der Blockwart ist ein durch die NSDAP kreierter Versuch gewesen, die ehemals auch Blockleiter genannte Person, als Begriff und in seinen Befugnissen zu definieren. Im Grunde könnte man es auch als ideologisch ‚bewaffneten‘ Hausmeister mit vielen Rechten in den Zeiten des NS übersetzen.

DAS WAR DIE VERSION 1.0

Auch als Petze, Verleumder oder Denunziant bezeichnet. Übrigens standen solche Menschen, nebenbei bemerkt,  in der Hierarchie ganz unten. Wie das eben so ist.

Dann kam es, in der Nachkriegszeit – so zu den 1968ern. Wer da was war, das war letztendlich irrelevant, denn das vermeintliche Bürgertum, gerne auch Spießer genannt – und die Schreier „nieder mit den Talaren, der Muff von 1000 Jahren“ – sie nahmen sich alle beide nichts.

DIE VERION 2.0 WAR INDIFFERENT

Mittlerweile haben sich aber die 68er ganz gut in der Politik, in Gremien und vor allem in den Köpfen festgesetzt. Denn sie gingen ja ihren „Weg durch die Instanzen“ und drehten s.g. „Herrschende Meinungen“ um – und nannten das dann Anti-Faschismus – und später (unter anderem) auch Feminismus.

Anfangs, von der Bourgeoisie belächelt, oder später als das „Gedöns“ von Gleichgesinnten bezeichnet, entwickelten sie sich zu HausmeisterInnen der besonderen Art.

DAMIT ALSO ZUM RESULTAT: VERSION 3.0

Der Blockwart heutzutage heißt Feminismus, #Aufkreisch, Gutmensch, Berufsempörte oder so ähnlich. Gleichgeblieben ist ihm der Status der bereits genannten Petze, des Denunzianten oder der Status eines Verleumders.

Anm: Wie auch schon im Nationalsozialismus waren und sind hier sehr viele Frauen beteiligt

Hauptzielgruppe waren ursprünglich Männer – oder das Patriarchat. Nun hat sich aber in den letzten Wochen gezeigt, dass mehr und mehr Frauen in die Schusslinie geraten – und bis zur ‚letzten Patrone‘ bearbeitet werden.

ES WAREN DREI

Neben der sowieso verhassten Autorin und Journalistin Birgitt Kelle, einer geschassten Gleichstellungsbeauftragten Monika Ebeling, die man neben Eva Herman im Visier hat, brachten sich in der Post-Esther-Vilar-Zeit folgende Damen aktuell ins Rennen – und bezahlten zum Teil sehr hart:

  • „Schlampe.“
  • „Sollte man verbrennen.“
  • „Faschistenschwein!“
  • „Feuern! Sofort!“

Das sind alles Zitate auf einem Facebook-Feed zu Barbara Eggert. Sie wagte es, als Psychologin, auf die Frage, ob die eigenen Kinder „Rosen streuen“ sollen, etwas politisch total inkorrektes zu antworten. Die „Welt“ schrieb dazu:

Kultur – Hasskultur …

Eine Kolumnistin sagt etwas Unkluges zu einer Schwulenhochzeit, und das Internet stellt sie an die Wand. Haben die Rächer der Menschenrechte vergessen, dass hinter den Bildschirmen Menschen sitzen?

Und erläutert diesebezüglich und benannte; eigentlich selbsterklärend:

Die Soziologin hatte in der vergangenen Woche mit ihrer Ratgeberkolumne im „Westfalen-Blatt“ für Furore gesorgt. Dort bestärkte sie einen Familienvater, dem unwohl bei dem Gedanken war, seine Töchter mit zur Hochzeit seines schwulen Bruders zu nehmen. Zitat: „Ich gebe Ihnen Recht, Ihre Töchter würden durcheinandergebracht.“

Nun, um es kurz zu machen. Nach diesem Scheixxe-Gewitter, was als Reaktion herniederprasselte, knickte die Redaktionsleitung erwartungsgemäß ein – und entließ Frau Eggert umgehend in die ‚Freiheit‘ der Arbeitsplatz-Suche. So geht Quantitäts-Journalismus heute …

DA WAREN’S NUR NOCH ZWEI

Und dann mischte sich auch noch die Politik ein. Und zwar in Form eines recht ’sperrigen‘ Doppel-Namens, den man gemeinhin mit Feminismus assoziiert.

Denn diese ‚doppelbenachnamte‘ Frau wagte es, ihre Gedanken zur (vulgo) Homoehe zu äußern und das ganze in den Kontext von Inzucht zu ‚ziehen‘. So unterstellte man es ihr zumindest:

Kramp-Karrenbauer wegen Volksverhetzung angezeigt

Ehe nur für Männer und Frauen? Nach ihren kontroversen Äußerungen ist die saarländische Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer nun von einer Anwältin angezeigt worden. Der Vorwurf: Volksverhetzung.

Au weia! Annegret K.-K., die immerhin nicht Anette Schavan heißt, hat es also gewagt. Sie widersprach der PC (political correctness) und kassierte prompt ihre Quittung für dieses ‚abnorme‚ Verhalten und ihre Äußerungen.

Das Alles im Zeitalter einer so genannten Meinungsfreiheit, welche bereits in manchen Berliner Bezirken beschnitten werden soll.

DA WAR ES NUR NOCH EINE

Und die war die ‚Schlimmste‘. Sie hat mehrere Makel: Denn sie trägt einen adeligen Namen, welcher den (unsäglichen) Anerbe des „Freitag“, Jakob Augstein, gleich zu Vergleichen mit der französischen Revolution bemüßigte – und wohl Andere in der Meinung bestätigt(e): Hängt sie höher – dabei aber geschichtsvergessen die Guillotine mit dem Strick verwechselnd.

Ihr Verbrechen und Vergehen: Der Feminismus „ekelt“ sie an.

Das größte Sakrileg unserer Zeit wurde begangen und die selbst ernannten ‚FreiheitskämpferInnen‘ mussten dringend etwas dagegen unternehmen. Was lag da näher, als erprobte Mechanismen zu verwenden, die schon bei Esther Vilar funktionierten:

Morddrohungen und vorher angedrohte Prügel. Und die Mechanismen der Blockwärtin 3.0 zeigten Wirkung:

Morddrohung wegen Feminismuskritik: Ronja von Rönne gibt Bloggen auf

„Vor wenigen Stunden berichtete Genderama über das Kesseltreiben gegen die junge Journalistin Ronja von Rönne, nachdem sie es gewagt hatte, in einem Artikel für die „Welt“ die feministische Ideologie zu kritisieren. Inzwischen sieht sich von Rönne zum Rückzug vom Bloggen gezwungen.“

Und nicht nur Arne Hoffmann berichtete darüber, sondern auch der geschasste und dennoch hoch geschätzte Ex-Chefredakteur der „Wirtschaftswoche“ (WiWo); Roland Tichy:

Meinungsfreiheit in Deutschland: Zwei Fälle in zwei Wochen

In diesen Tage hat die junge, sehr begabte und ausgezeichnete Publizistin Ronja von Rönne ihren Blog eingestellt. Es waren wunderbar provokante Texte. Doch Rönne gab nach Morddrohungen und einem beispiellosen Shitstorm auf. Der war entstanden, nachdem die Social-Media-Managerin Anna-Mareike Krause der Tagesschau in geschickter Vermengung ihres privaten und gebührenfinanzierten Netzwerkes Rönne in Verbindung mit Rechtsradikalen gebracht und gemeinsam mit dem grünen Politiker Volker Beck eine unfassbare Hasskampgne gegen sie entfacht hatte.

So geht Treibjagd heute, im Schleppnetz von Anno 1933. Und offenbar geht man wieder gerne über Leichen. Wenn auch ’nur‘ über berufliche oder gesellschaftliche!

Es ist ein Trauerspiel, was sich in den letzten 70 Jahren nicht(!) getan hat. Und es ist erschreckend zu sehen, wie sich die Vergangenheit wiederholt. Das soll also „nie wieder Krieg“ und „Antifaschismus“ sein?

NUN SIND ES JETZT WIE VIELE?

Drei Frauen – in drei Wochen! Und viele andere mehr, wie sich im immer dichter drängelnden Jahrmarkt der Beschuldigungen zeigt. Nebst allen ‚Kollateral-Schäden‘, welche man auch gerne Mann nennt.

Man kann und könnte sich nun ernüchtert zurücklehnen – oder mal fragen:

WANN KOMMT BLOCKWART 4.0?

Oder soll das jetzt so weiter gehen …
– und sich politisch Links nennen?


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