Man stelle sich mal folgende Meldung in den Medien vor:

„Körperbewusste Männer benutzen gerne „Labienta“, ein neuartiges Hautpflegeprodukt, dass mit dem Extrakt aus selbstbeschnittenen inneren Schamlippen angereichert ist und die Haut noch geschmeidiger macht. So wird die zunehmende Intim-Chirurgie bei Frauen auch zu einem Epidermis-Segen für den Mann.“

Ein #Aufkreisch ginge wohl durchs Land – und diesmal sogar zurecht.

Aber selbstverständlich wird es nie zu einer solchen Meldung kommen, denn das ganze läuft, aktuell in den USA z.B., genau andersherum.

Gesichtskosmetik mit der männlichen Vorhaut

sind die neueste und für Frauen unkonventionellste Art einer Beauty-Behandlung, weshalb sie sich um die wenigen Plätze in den Salons regelrecht ’schlagen‘ – und nicht aufhören können, ihre Lobeshymnen auf diese neue Form der Kosmetik zu singen.

Verkauft als eine HydraFacial-Behandlung, welche rund 150 Dollar (100 £) kostet und die  Stammzellen der Vorhaut eines Säuglings benutzt, ist sie zur Zeit der Renner in New York.

Der (frei übersetzte) Text zeigt auf, dass die staatlich legitmierte männliche Beschneidung wohl doch auch etwas  ‚Gutes‘ hat. Und sei es nur dafür, Frauen mit entfernten Männer-Hautläppchen zu beglücken, die aber ihrerseits laut aufschreien, wenn es um die Beschneidung von Mädchen geht – um sich anschließend selbst und freiwillig unters Messer zu legen.

Es erinnert an die Tage, als das Produkt „Hormocenta“ noch aus der Plazenta (der so genannten Nachgeburt), unter anderem auch von Fehlgeburten gewonnen wurde. Mittlerweile hat man aber naturidentische Stoffe gefunden, die chemisch gewinnbar sind, was wohl auch der Grund ist, dass solche Kosmetika wie „Placentubex C“ Mitte der 80er vom Markt verschwanden.

Offenbar lohnt es aber nicht, beim „zotteligen Nutztier“ (Roslin) aka Mann nach naturidentischen Pflegestoffen zu suchen, denn es gibt ja genug von dem ‚Gezuppel‘ über der Eichel, welches zuhauf entfernt wird und sonst nur im Klinikabfall landen würde.

So gesehen ist es doch eine wunderbare Zweitverwendung, wenn das Paradigma „Vorhaut für Schönheit“ (der Frau) gilt und die anschließenden Schmerzen bzw. Komplikationen (bis hin zum möglichen Tod) beim männlichen Baby oder Kleinkind nicht ganz umsonst waren:

Foreskin facials, also known as HydraFacials, are the latest unconventional beauty treatment to be hitting salons in New York (stock image)

Quelle: Beitrag der „MailOnline“


Das sind Erich Kästners “Sogenannte Klassefrauen”?
Die rannten auch jedem angesagtem Trend hinterher!
Hier Kästner und das, was nicht in Kinderbüchern steht:

Erich Kästner: Sogenannte Klassefrauen

Sind sie nicht pfui teuflich anzuschauen!
Plötzlich färben sich die “Klassefrauen”,
weil es Mode ist, die Nägel rot!
Wenn es Mode wird, sie abzukauen
oder mit dem Hammer blauzuhauen,
tun sie’s auch. Und freuen sich halbtot.

Wenn es Mode wird, die Brust zu färben
oder, falls man die nicht hat, den Bauch…
Wenn es Mode wird, als Kind zu sterben
oder sich die Hände gelbzugerben,
bis sie Handschuhn ähneln, tun sie’s auch.

Wenn es Mode wird, sich schwarzzuschmieren…
Wenn verrückte Gänse in Paris
sich die Haut wie Chinakrepp plissieren…
Wenn es Mode wird, auf allen Vieren
durch die Stadt zu kriechen, machen sie’s.

Wenn es gälte, Volapük zu lernen
und die Nasenlöcher zuzunähn
und die Schädeldecke zu entfernen
und das Bein zu heben an Laternen –
morgen könnten wir’s bei ihnen sehn.

Denn sie fliegen wie mit Engelsflügeln
immer auf den ersten besten Mist.
Selbst das Schienbein würden sie sich bügeln!
Und sie sind auf keine Art zu zügeln,
wenn sie hören, daß was Mode ist.

Wenn’s doch Mode würde, zu verblöden!
Denn in dieser Hinsicht sind sie groß.
Wenn’s doch Mode würde, diesen Kröten
jede Öffnung einzeln zuzulöten!
Denn dann wären wir sie endlich los.

(c) Fischer Verlag

PS: „Erzählmirnix“ kommentierte es auf ihre Art

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