Man konnte ja schon vieles miterleben, wie zum Beispiel solche (Un)Dinge wie „hatr.org“, die Zensurversuche über „Block-Empfehlungen“ via Twitter für unliebsame Kommentare, welche nicht einer feministisch-genderistischen Meinung entsprechen – oder sich über einen s.g. „Schluck im Dunkeln“ etwas ‚hässlicherer‘ aber lieber Menschen aufregen, weil dieses ja sexistisch sei.

Und man erträgt stirnrunzelnd schmunzelnd solche Versuche wie den, maskulistische ‚Trolle‘ umzuerziehen, worüber  neulich auch in der „Welt“ berichtet wurde:

„Thanks to Zero Trollerance, I learned how to tweet like a feminist.
@hedonot1″

„Danke für Null-Trolleranz. Ich lernte, wie ein Feminist zu posten.
@ermachtsnicht1“

Das sind alles bedenkliche Entwicklungen, die das wahre Gesicht des Feminismus‘ aufzeigen und neben dieser Fratze auch die Intentionen eines Gender Mainstreamings darstellen. Aber das Folgende schlägt nun dem Fass den Boden aus:

Vor einem Jahr beschloss die rot-grüne Mehrheit im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg das Unterbinden einer so genannten „frauenfeindlich-sexistischen“ Werbung. Jetzt legte diese „Arbeitsgruppe gegen frauenfeindliche, sexistische und diskriminierende Werbung“ (zwölf Frauen, ein Mann) dazu ein Acht-Seiten-Papier vor:

„Bei allen Werbeverträgen, die das Bezirksamt abschließt, muss nun auf die Einhaltung der neuen Bedingungen geachtet werden. Bei Zuwider-handlungen ‚ist die jeweilige Werbung durch den Vertragspartner abzuhängen‘, heißt es in einem Bericht …“

Sexismus-Verdacht: Erster Berliner Bezirk zensiert die Werbung

Für Kreuzberg wäre diese Werbung eines Fisch-Restaurants zu freizügig

Sektwerbung mit nacktem Frauenrücken – nach Kreuzberger Werbekriterien sexistisch (Foto: Promo)

Ja, jetzt kommt die Phantasie ins Spiel: Ein Bezirk hat es getan, nun können es alle tun. Heute Berlin – und morgen ganz Deutschland! Und gründlich, wie der Deutsche nun mal ist, gibt es einen ganzen Katalog an Bewertungskriterien, nach denen sich Werbetreibende laut „B.Z.“ gefälligst zu richten haben:

Was jetzt z.B. untersagt ist?

► Frauen dürfen nicht als „(willens)schwach, hysterisch, dumm, unzurechnungsfähig, naiv“ dargestellt werden.

► Ihre Körper sollen nicht betont bekleidet, sie nicht „ohne Anlass lächelnd inszeniert“ sein.

►  Bilder einer Frau, die kaum bekleidet unter dem Mann „kniet, sitzt oder liegt, während der Mann (vollständig bekleidet) steht“, sind unzulässig.

„Hurra, Hurra, Hurra!“

Das mag vieleicht die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (50, Grüne) in die „Mikrophone des Patriarchats“ gekreischt haben, nachdem dieses Verbot ‚endlich‘ durchgesetzt wurde. Was für ein ‚Sieg‘ der Meinungsfreiheit …

Denn offensichtlich ist es auch im ‚ersten Bezirk‘ nicht verboten, Werbung zu zeigen, wie vor einigen Jahren in einem TV-Spot über ein Scheuermittel zum Reinigen des Ceran-Kochfeldes zu sehen, wo man u.a. zum Vergleich den Kopf eines unrasierten Mannes als schrubbenden Beweis dafür nahm, wie toll dieser Reiniger doch sei.

Und ebensowenig stand oder steht wohl zur Debatte, dass ein Parkettboden-Hersteller damit werben darf, dass eine Frau mit Stöckelschuhen lasziv auf dem Sessel sitzt und zum Belag meint, dass das Tolle daran sei, dass man, „wie bei Männern“, so schön „darauf herumtrampeln kann“.

Aber es geht ja um die ‚gute Sache‘, denn der Feminismus hilft doch auch den Männern, nicht wahr, Frau Bürgermeisterin Herrmann (interessanter Nachname im Kontext dessen, was da gerade passiert).

Es ist genau diese Politik der kleinen Schritte, als Ganzes auch noch „Top-Down“ installiert, welche die Bürger dieses Landes immer unfreier macht und sukzessive entmündigen möchte.

Und es ist ein weiterer Schritt in Richtung Blockwart, der aufzeigt, warum der Feminismus immer mehr mit dem Faschismus gleichgesetzt wird. Die Parallelen sind jedenfalls mehr als augenfällig.

Arne Hoffmann schrieb dazu ja mal einen sehr guten Beitrag: „Wir müssen reden – über Faschismus„, den es lohnt in Gänze zu lesen. Hier ein kleiner Teaser daraus:

„Wer in zentralen ethischen Fragen dermaßen versagt, hat es wohl kaum verdient, als Gesprächspartner ernstgenommen zu werden. Vielleicht sollte man sogar so weit gehen zu sagen: Die Männerrechtsbewegung sollte keine Feministin als Gesprächspartner akzeptieren, die sich von den faschistoiden Tendenzen ihrer Ideologie niemals glaubhaft distanziert hat.“

Nun haben wir also den Blockwärterinnen-Salat mit Tugendfuror und entwickeln uns als Land wohl mehr und mehr in Richtung 1933 (Ermächtigungsgesetz), anstatt mal nach vorne zu gucken.

Eine gesellschaftsgefährdende Entwicklung!

Okay, das Bild mag jetzt im Kontext etwas fies wirken. Aber im Grunde genommen scheint es doch genau darum zu gehen: Worauf sich bestimmte Leute eben einfach und dirigistisch setzen – und wie diese die individuelle Bewusstseinsbildung jetzt auch noch platt zu machen gedenken …

Blockwarte (m/w) dürfen nun also, schwer empört, ihren #Aufkreisch machen.

Nachtrag: Jan Fleischhauer kommentiert es im „Spiegel“ nun auch:

Ein Lächeln als „strukturelle Gewalt“

Bei „Borat“ brauchte es noch eine Tüte voller Exkremente, um eine der Südstaatenmamsells aus der Fassung zu bringen, deren Bigotterie man so gerne anprangert. In Berlin reicht dafür schon ein falsches Lächeln.

Auf „Geschlechterallerlei“ findet sich eine Betrachtung von Graublau:

Warum ich finde, dass Lächeln und glücklich sein verboten gehört

Ende April ist das Thema wieder hochgekommen. Wer sich den Text von Jan Fleischhauer durchliest (gefunden via Prof. Dr. Günter Buchholz) oder gar Harald Martensteins “Über Frauenbilder in der Werbung“, der fasst sich an den Kopf: Es ist gelungen, die bereits absurden Forderungen noch auf die Spitze zu treiben!

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