Ob „Jacyln“ nun das Pendant zur ‚Tschakeline‘ -eher bekannt und vorkommend unter dem Namen Jaqueline-  ist, das mag man nicht beurteilen und auch nicht recherchieren. Aber eine Meinung zu einem erneuten Versuch, auf Twitter eine Art feministische ‚Blockwärtin‘ einzurichten, die kann jeder durchaus haben.

Es ist ja nicht nur so, dass es in der Vergangenheit schon einige Bestrebungen gab, unliebsame 140-Buchstaben-Tipper per „Blockempfehlung“ kalt zu stellen, worüber u.a. Arne Hoffmann auf Genderama schon berichtete:

„Für einige Aufmerksamkeit sorgte in den letzten Tagen der Twitter-Account „Blockempfehlung“, der allein dafür eingerichtet wurde, Ratschläge darüber zu erteilen, welche anderen Twitterer gefälligst blockiert werden sollten. Dabei richtet er sich insbesondere gegen „Nazis, Maskus, Meinungsfreiheitsgeschrei und Diskriminierung“ – eine bunte Zusammenstellung …“

Und der dabei auch in einem anderen Beitrag auf den FAZ-Blogger Don Alphonso hinwies, welcher in seinem Bericht u.a. das Folgende schrieb:

„Nazi! Rassist! Sexist! Ein anonymer Twitteraccount fällt gnadenlose Urteile und fordert zum Ausgrenzen auf. Mit von der Partie sind selbsternannte Internetaktivisten, die bei der Hatz keine Bedenken haben.“

Aber offenbar schlugen diese Aktionen irgendwelcher hyperventilierenden #Aufkreischhälsinnen (welche sich, wie man so schön in den Medien schreibt: „Netzwerkaktivistinnen“ nennen) so derart ins Leere, dass es ihnen wohl am Ende eine Lehre war.

Das Ganze musste also irgendwie mehr „Top-Down“ installiert werden. Und der ‚Twitter-Konzern‘ nahm solche Anregungen denn wohl auch gerne auf.

Und so kam man es, dass sich diese Powerfrau des 21ten Jahrhunderts als Sonderbeauftragte für ‚Zwitscher-Reinheit‘ etablieren konnte:

Ihr Name (und daher auch die Überschrift): Jacylns Friedmann. Sie ist nun, laut offizieller Mitteilung: „Twitterbeauftragte gegen Frauenbelästigung“. Oder so ähnlich -eben die Oberste Zensorin; ganz frei – im Slutwalk & je nach Gusto.

Christian Schmidt schrieb auf „Alles Evolution“ einen diesbezüglichen Artikel,
der diese Angelegenheit regelrecht zerpflückte:

„Eine radikale Feministin, die so ziemlich alles als Abuse ansehen wird, was Männer irgendwie machen? Die Rape Culture vertritt  .. ?“

Im Diskussionsbereich gab der Kommentator „Teardown“ dafür ein Feedback, welcher lesenswert ist und es in sich hat(te):

Wir leben zunehmend in einer Gesellschaft, in der alle Lebensbereiche und Systeme durchgängig durchfeminisiert werden. Ich meine damit nicht nur die konsequente Ausrichtung unserer Bildungssysteme, Ausbildungssysteme, Berufsausbildung, Jobgestaltung (Vereinbarkeit von Familie und Beruf), Gestaltung von Stadt und Raum, soziale Hilfseinrichtungen und gesellschaftliche Institutionen auf die Bedürfnisse und Wünsche von Frauen.

Überall geht es um „weiblich gelabelte“ Werte, wir wollen beliebt sein, uns anpassen und nicht anecken, wir wollen Konsens und alle ins Boot holen, wir wagen immer weniger und verwalten immer mehr. Wir kommunizieren immer nicht mehr so, was wir sagen wollen, sondern wie es gesagt wird, wie es beim anderen ankommt. Eine Debattenkultur, in der man eine Stunde auf die Kacke haut, und danach ein Bier trinken geht, ist uns immer fremder.

Unsere Haßwörter heutzutage: „Elite“, „Wettstreit“, „Wettkampf“, „Auslese“, „Leistung“ alles muss sozial verträglich sein, gendersensibel.

Unternehmensführung muss sozial sein, kooperativ, Teamfähigkeit ist gefragt, bloß keine „testosterongeschwängerten“ Macher, bloß keine Chefs die mal Ansagen machen, die mal was wagen. Symptomatisch das es ernsthaft einen Verlag gibt, der das neue Buch von Karen Duve verlegt und sie damit in alle Zeitungen kommt.

Alles was „männlich gelabelt“ ist ist schlimm, schlimm schlimm, alles was „weiblich gelabelt“ ist gut, rein, sauber, sozial…Männer sind der Untergang der Menschheit, solche Topoi sind nicht voll 70er, sondern voll 10er! Das ist heute Thema!

Auch unser Umgang mit Gewalt, hier vor allem staatlicher Gewalt in Form von Militär und Polizei, ist symptomatisch. Wer glaubt denn ernsthaft, dass unsere Truppe heutzutage noch Landesverteidigung leisten könnte? Hat hier jemand auch die Präsentation der neuen Uniformen gesehen? Ich will keine breakdancenden Soldatinnen und Soldaten, ich will eine Truppe die kompetent unsere Verfassungswerte und unseren Staat schützt.

Ich will keinen Militarismus, aber wir haben doch ernstlich ein vollkommen gestörtes Verhältnis zu Gewalt, wir schotten uns ab auf unserer EU Insel, und draußen brennt es lichterloh, im Nahen und Fernen Osten, in Afrika, in Mittelamerika, bloß nicht proaktiv werden, bloß nicht Position beziehen, bloß nicht für europäische Werte eintreten, man könnte ja anecken und nicht mehr everybodys Darling sein. Und zu all dem kommt noch unser genuin deutsches gestörtes Verhältnis zu Macht.

Und jetzt folgt die Feminisierung des Internets. Gedanken- und Wortkontrolle auch hier, Rücksicht nehmen, Maßhalten statt konstruktiver Dialog. Bloß keine Veränderungen, bloß kein Aufmucken. Bloß keine anderen Lebensentwürfe und kreativen Freiheiten zulassen, Phantasiewelten (Gamergate) die nicht feministischer Herrschaftslehre entsprechen müssen natürlich bekämpft werden, die Gamer müssen politisch korrekt spielen.

Wir müssen politisch korrekt reden (Sprachhandeln) und in der Politik muss politisch korrekt gedacht werden (Willkommenskultur). Und über allem wachen unsere Blockwarte des 21. Jahrhunderts, diese unheilige Allianz aus sozialistischen, kollektivistischen, feministischen, links “intellektuellen“ Sozialingenieuren und Social Justice Warrior die peinlich genau auf die Einhaltung ihrer Regeln der Gesellschaft achtet.

Es ist zum kotzen.

Was soll man dazu noch ergänzend schreiben?

Außer ggf. dieses vieleicht:
Zensiere‘ in Frieden, Jacyln

Und die aktuelle Twitter-Aktie
(ebenfalls & auch Top-Down):

Feminist flip out
(ein Ausflippen!)

Hier findet man die Umfrage
zum Unwort des Jahres 2015

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