Man glaubt es nicht:

Eine arrogant wirkende – und diese Arroganz auch ausstrahlende Frau, läuft 10h durch New York – und das gleichzeitig in einem Bezirk, der weniger gern betreten wird. Und bekommt dabei in diesem Lauf ein „God bless you“ oder „have a good day“ (demütigst) hinterhergeworfen. Dies Alles wird dann komprimiert auf zwei Minuten – und zu einem s.g.  Sexismus konstruiert.

Das Ganze, ein 10-Stunden andauernder Provokations-Marathonlauf der nonverbalen Art, wird dann in unseren ‚Qualitätsmedien‘ zu einem Thema hochgejazzt, bei dem Männer gefälligst und beschämt sofort in Grund
und Boden zu versinken haben.

 

 

 

 

 

 

 

Na super, mag sich da so manch Eine(r) denken. Endlich geht es diesen elenden Sexisten mal an den Kragen. Komisch nur, das jene, die sich als Bessere unter ‚Gleichen‘ wähnen, nicht ins Grübeln kommen, wenn aus knapp einem circa 3-Tausendtelstes des Tages solch eine erbärmliche Aubeute heraus kommt.

Aber geschenkt: Unsere Qualtitätsmedien sind ‚tapfer‘, nach dem sie dieses promoteten. Und aktuell wagt die „Welt“ ein Experiment, dass wohl nach der Frankfurter-Experimentierstudie des „Stern“ seinesgleichen sucht.
Sie wagen das Unmögliche:

Sie schicken eine Frau auf die Straße

Nein, nicht in und  zu den s.g. ‚Verrichtungsanstalten‘, sondern mittenhinein in die Urbanität unserer Städte und jenseits jeden Striches, der wohl auch gleichzeitig und allzu sehr eine Geschlechterungleichheit symbolisieren dürfte – an der sich beispielsweise u.a. unser aller Bundesjustizminister Heiko Maas fleißig (ab)zu arbeiten versucht.

Aber was passierte denn nun?
Nix -das kann man hier lesen:

Das „Hollaback“-Experiment in Berlin-Neukölln

Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“ Eigentlich ist das ziemlich klar.

… Gleichberechtigung? Das ist kein Utopia, denn wir sind doch schon längst da. Umso kuscheliger sich diese Menschen in diesem Wohlfühlkonsens einrichten, umso lauter wird um sie herum geschrien. Es hieß #Aufschrei, als sich im Januar 2013 eine „Stern“- Journalistin zum Thema Alltagssexismus äußerte. Und nun gibt es die Debatte um das „Hollaback“-, das „Zurückschrei“-Video.

Und das geht so: Da läuft eine Frau, Shoshana Roberts, durch Harlem, New York. Zehn Stunden lang, immer einem Rucksack mit einer versteckten Kamera hinterher. Das entstandene, im Zeitraffer aufgemachte Video zeigt, wie sie angemacht und angepfiffen wird. Rund 100-mal, zehnmal pro Stunde soll das passiert sein. Sie stellt das Video online, es soll auf „Hollaback“, eine Bewegung und deren Internetseite gegen Belästigungen auf der Straße, aufmerksam machen.

In fünf Stunden, die ich durch Neukölln laufe, macht mich niemand an.

Ich vermag nicht zu interpretieren, ob es ggf. am Look&Feel dieser Redakteurin gelegen hat –  aber ich bin sehr wohl in der Lage, diesen Diktus ihres Textes zu interpretieren:

„Denn für eine Frau kann ein Kompliment eine Bedrohung sein.“

Au weia – die Welt ist rund und mein Popo übrigens immer noch. Soll ich mich nun bedroht fühlen, weil Eine (es waren mehrere) darauf starrte(n) oder bin ich jetzt angegriffen worden, weil eine Kollegin beim Treppensteigen dort mal hinein kniff?

Nein, denn ich neige weder zum fiepen, noch zum hyperventilieren
– sondern ich finde das Ganze (und maximal) nur noch zum Piepen!


Eine ausführliche und hervorragende Analyse schrieb „Graublau“ hier

Die „SZ“ besprach (s.u.) ähnliche ‚Widerlinge‚ & „Genderama“ kommentiert

„… Alle Videos, die da in letzter Zeit kursieren, wurden auf einen Zweck hin produziert und geschnitten. Und dieser Zweck ist nicht, zu zeigen, was genau mit einem passiert, wenn man zehn Stunden durch New York läuft oder besoffen in der Öffentlichkeit ist. (Nämlich: Man sieht sehr viel von New York bzw. wird bald von Polizisten aufgegriffen.) Sondern zu zeigen, dass alle Männer potentiell Raubtiere sind. Dass man sich das Leben als Frau wie einen Spießrutenlauf zwischen sexhungrigen Hyänen vorzustellen hat …“

Und auf einen humorigen Ausklang vor einem ernstem Hintergrund wird hier verwiesen: Yoga-Lehrerin läuft mit versteckter Popo-Kamera durch NY“ (Video)

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