Heute ist Reformationstag, also das Datum, an dem (mehr oder minder) die s.g. evangelische Kirche aus der Taufe gehoben – und der Ablasshandel abgeschafft wurde. Mittlerweile herrscht auch weitestgehend Konsens, das kommende und 500-jährige Jubiläum zu einem einmaligen Feiertag in 2017 zu machen, da er ein „Aufbruch von Freiheit“ bedeute:

„Nutzen wir alle gemeinsam – ob Christen oder Nichtchristen, ob religiös oder areligiös – den einmaligen Feiertag am 31. Oktober 2017, um uns an diese glückliche Wendung in unserer Geschichte zu erinnern, die uns bis heute prägt“

Na gut, denn heute Nacht ist auch Halloween und man kann aktuell in den Medien sehen, was sich stärker durchgesetzt hat – nämlich der Horror (wenn auch aus anderen Gründen, als den Ursprüngen, die dem keltischen „Samhain“, entnommen sind).

Damit zum Thema und zurück zur Überschrift.
(Oder auch zu „Freiheit“ oder Gespenstertreiben)

Der Blog „Alles Evolution“ hat aktuell einen Beitrag zum Thema „Frauen träumen vom Alpha Softie“ zitiert, kommentiert und zur Diskussion gestellt. In diesem Artikel der „BZ“ geht es um eine grundsätzliche Widersprüchlichkeit jenseits von der Vereinbarkeit von Frauen und Karriere oder ähnlichem, sattsam bekanntem, sondern um die ambivalente Forderungshaltung der Frau an den Mann:

Traummann

Der Traum­mann 2014 hat es nicht leicht: Er muss die Spül­ma­schi­ne ein­räu­men, aber trotz­dem die Ho­sen an­ha­ben. Er soll er­folg­reich im Be­ruf, aber trotz­dem in Sa­chen Kin­der­er­zie­hung auf dem neu­es­ten Stand sein. Kurz: Das ko­mi­sche Mi­schwe­sen, das sich die Mehr­heit der mo­der­nen Frau­en wünscht, hört auf den Na­men Al­pha-Sof­tie!​

Halb Ma­cho, halb Frau­en­ver­ste­her. Kin­der­lieb und kar­rie­re­o­ri­en­tiert, zärt­lich, wild – und na­tür­lich char­mant, lus­tig und in­tel­li­gent. Um­fra­gen ha­ben es ans Ta­ges­licht ge­bracht. 88 Pro­zent der Frau­en wün­schen sich ei­nen sol­chen Mann an ih­rer Sei­te.

Ja, was denn nun: Reformation oder Halloween?

„Gender Mainstreaming“ will Frauen gleicher als Männer machen, selbst wenn es auf Kosten eines Geschlechtes geht und mittlerweile eine Spur der Verwüstung quer durch das soziale Miteinander gezogen hat. Eine ‚Reformation‘ unserer Gesellschaft, die Zwie- und Misstracht säte, die Anspruchshaltung einer Seite massiv verzerrte – und mittlerweile zu einem zunehmenden Widerstand führt.

Die Firma „AHA“ hat zwischenzeitlich auch ein Gegenmittel gefunden, dass das Verhältnis untereinander wieder auf gerade, politisch korrekte Linie bringen könnte. Der ‚Problemfall Nr. 1‘ wurde selbstverständlich zuerst mit einer Produkteinführung bedacht:

 

Die Pille fand solch reißenden Absatz, dass man aktuell nicht mehr mit der Produktion hinterherkommt und man z.B. „an Fabrikationsstätten in Gender-Instituten oder feministischen Redaktionsstuben nachdenkt“.

Denn: „Fast alle Frauen-Beauftragten, -Beratungsstellen und -Häuser haben die hoch dosierten N3-Stückpackungen auf Palettengröße bestellt“, so die Sales-Managerin Doris-Hermine Knöterich-Speilauch. Noch erhältlich sei (allerdings nur auf Rezept) noch diese Tröpfchenlösung, dies allerdings lediglich – und nur auf homöopathischer Basis und mit Bedacht, denn „da müsse man sehr vorsichtig dosieren„:

Laut Pressesprecherin Renate Dülfter-Humpelndick von „AHA“ kann man nach erfolgreicher Medikation anschließend das Folgende, mit einer geschätzten Wahrscheinlichkeit von 0,97 Promille, erwarten:

Rumzicken hat ein Ende!
kein Nörgeln, kein Quengeln

Wirkt bei:

– Zickereien
– Neid auf die Beförderung des Kollegen
– Missgunst
– Wut
– Quengeln
– unmotiviertem Türknallen
– schlechter Laune
– eingeschnappt sein

Laut „AHA“ nehme man ausdrücklich „keine Bestellungen von Männern, Maskulisten, Anti-Feministen, Männerrechtlern und anderen dubiosen Gruppierungen entgegen“. Wir haben da so unsere Prinzipien, sagte, die diesbezügliche und dafür verantwortliche Frau Rattich-Hellerman aus der Bestellabwicklung auf Anfrage hierzu.

Nun, letztendlich ist es jedem frei gestellt, ob er jetzt der Abschaffung des Ablasshandels, dem Reformationstag gedenkt – Oder sich eben dem „Süßes oder Saures“ zu Halloween hingibt.

Bedenklich ist aber allemal, dass Männer nicht mal mehr die Wahl haben sollen, was sie selbst sich denn so wünschen und gefälligst genügsam zu sein haben, denn:

„…  Männer sind dann glücklich, wenn ihre Partnerinnen glücklich sind.“
(Die Welt, auch das zitierend: „.. dieser Effekt gilt nicht umgekehrt ..“)

Noch Fragen?

„… Diese Gender-Scheiße macht mich fertig!
(Spiegel, Interview mit Jürgen von der Lippe)


Ein Teil dieses Artikels ist satirisch bzw. sarkastisch gemeint. Aber sicherlich weder humoristisch noch ironisch intendiert. Denn dazu ist die Situation viel zu ernst.

Die parallele Gegenüberstellung vom Reformationstag und Halloween hat damit nichts zu tun, denn dieses sollte lediglich einen Bogen spannen über den bisher wahrgenommenen Anspruch und die aktuell existierende Realität – und ihre eigenen Widersprüche.

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