Der Autor Arne Hoffmann und gleichzeitige Blogger „Genderama“ machte sich heute die Mühe, sich mit dem ‚überschriftlich‘ fast gleichlautendem Artikel in der aktuellen „Zeit“ zu beschäftigen.

Dies tat er auf seinem Blog, welcher auch als Beitrag auf der „Internet & Blogzeitung für die Zivilgesellschaft“, dem Magazin „Freie Welt“ veröffentlicht wurde:

Die Wut der Männer

Deutschland braucht mehr Chefinnen, lautet die politische Losung der Stunde. Männliche Konkurrenten finden das ungerecht und sprechen vom subventionierten Geschlecht. Warum sich nun eine Allianz ganz unterschiedlicher Feinde gegen die Frauenquote formiert.

So eröffnet heute die Titelgeschichte der „Zeit“. Näheres verrät „Zeit“-Chefredakteurin Sabine Rückert in einem kleinen Video.

Diese Titelgeschichte Elisabeth Niejahrs beginnt mit dem Statement von Kanzlerin Merkel, „mit der Quote und der Förderung von Frauen allein komme man auch nicht weiter bei der Gleichstellung. Es sei an der Zeit, sich um die Männer zu kümmern.“ Verantwortlich dafür sei offenbar nicht zuletzt politischer Druck seitens der AfD, die sich „bei drei Landtagswahlen in Ostdeutschland (…) erfolgreich mit Sprüchen gegen Frauenquoten und Gender-Debatten profiliert und auch damit zweistellige Ergebnisse erzielt“ habe. Die AfD sei dafür von jedem zehnten Mann, aber nur jeder zwanzigsten Frau zwischen 18 und 29 Jahren gewählt worden.

Gleich darauf kommt Niejahr auf die Männerbewegung in Deutschland zu sprechen, wobei sie innerhalb weniger Sätze die unterschiedlichsten Lager und Strömungen vom rechten Rand bis zu Mitgliedern des feministisch geprägten Bundesforums Männer zusammenrührt …

Zurecht ließ er dort den Vorsatz „Quote:“ weg, denn das Thema geht u.a. wesentlich tiefer und -spaltender- in unsere Gesellschaft, als es dass nur auf einen Punkt reduziert werden sollte.

Und scheinbar hat sich die Autorin, Frau Niejahrs, abgesegnet von der Chef- Redakteurin Rückert, nicht gänzlich unbeeindruckt davon gezeigt und geht wohl ungewollt auf andere Dinge ein, die nichts mit irgendwelchen Quoten-Themen zu tun haben, sondern die real existierenden Probleme für ca. 50 Prozent der Bevölkerung dieses Landes darstellen.

So gesehen: Ein kleiner Schritt für ein feministische Blatt wie die „Zeit“. Und immerhin ein etwas differenzierterer, als dieses Pamphlet zweier Emanzen, die sich monokausal auf den „Zorn abgehängter Männer“ stürzten und wo die Widerworte im Kommentarbereich nicht lange auf sich warten ließen. (welche in einem Maß zensiert wurden, dass einem fast die Spucke wegblieb).

Anschließend wurde die Kommentarfunktion geschlossen, weil sich wohl die beiden ‚Autorinnen‘, Christina Schildmann und Anna-Katharina Meßmer, auf den Schlips getreten fühlten. Mehr dazu hier:

Offener Brief an die Zeit-Redaktion
Von Lucas Schoppe, Prof. Dr. Günter Buchholz, Dr. Alexander Ulfig

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

wir reagieren mit diesem Brief auf einen Text, der am vergangenen Donnerstag in der Zeit veröffentlicht wurde und bei dem wir nicht verstehen, wie er in einer Zeitung mit einem Anspruch auf Seriosität erscheinen konnte. Es ist in unseren Augen ein menschenfeindlicher, hetzerischer Text, und er diskreditiert Menschen maßlos, deren politische Position von der Meinung der Autorinnen abweicht.

Es geht um den Text „Vom Zorn abgehängter Männer“ von Christina Schildmann und Anna-Katharina Meßmer. Fragwürdig ist nicht allein der Text selbst, sondern schon seine redaktionelle Einbindung. In den dünnen Angaben, die Ihre Zeitung zu den Autorinnen macht, kann nicht einmal ansatzweise deutlich werden, wie sehr sie mit persönlichen Interessen in ihr Thema verstrickt sind.

Meßmer ist nicht nur Aufschrei-Initiatorin, sondern auch Promovendin bei einer der einflussreichsten Gender-Forscherinnen des Landes, bei Paula-Irene Villa. Christina Schildmann ist bei der Friedrich Ebert Stiftung verantwortliche Redakteurin von Robert Claus‘ Schrift „Maskulismus“, die in diesem Jahr erschien und die kenntnisarm und ohne Belege männerrechtliches Engagement pauschal als rechtsradikal diffamierte. Gegen diese Schrift wurden in vielen Internet-Artikeln Kritikpunkte und Argumente formuliert – die Autoren dieser Artikel gehören zu denjenigen Männern, die Schildmann nun in ihrem Zeit-Artikel pauschal und ungeheuer diffamierend angreift.

Diese persönlichen Hintergründe der Autorinnen können durch Ihre redaktionelle Darstellung unmöglich deutlich werden.

Gleich zu Beginn schreiben die Autorinnen davon, dass Männer sich – wie Schweine – in Ressentiments „suhlen“ und – wie Affen oder Steinzeitmenschen – zu „Horden“ zusammenschließen würden, um gezielt auf Einzelne loszugehen …

Nun, ich frage mich, ob „Quote: Die Wut der Männer“ eine Antwort auf diesen bemerkenswerten Brief gewesen sein soll – oder sich die „Zeit“ noch bemüßigt sehen wird, auf diese lesenswerte Zuschrift zu reagieren.

Und ich frage mich auch, ob man mit dem aktuellen Artikel aus dem Begriff „Zorn“ eine „Wut“ deklinieren und relativieren möchte (dabei aber wohl Hass meint), die vice versa entfernt an den Versuch erinnert, „Gleichberechtigung“ mit oktroyierter und diskriminierender „Gleichstellung“ zu assoziieren. Hierzu ein interessanter Einwand von Christian, u.a. zum Thema „Diskursmacht“ der Medien.

Ich bin jedenfalls verärgert. Sei es nun über unsere Presselandschaft, die Familien- und Unterhalts- sowie diesbezügliche andere Gesetzgebung/en (wie Beschneidung als ‚Privileg‘ nur für Jungs angeht, oder die aktuell laufende Berichterstattung über ein merkwürdiges #Aufkreischbuch eines Girlies, dass Männer zensieren will und Frauen schützen möchte – in ihrem Privilegien-Zoo. Aber das ist ein anderes Thema.

Und diese „Wut“ wächst im Land; auch bei den Frauen
– selbst, wenn man sich bemüht das zu relativieren.


Anmerkung: Alle relevanten Quellen finden sich über die Links
Das Bild habe ich von „man-tau“ übernommen, da es ‚passt‘

MannDat, Dr. Kraußer hat auch einen Offenen Brief geschrieben

Elitemedium nimmt sich des Artikels auf Geschlechterallerlei an

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