Normalerweise versuche ich, einem Artikel eine ‚knackige‘ Überschrift zu geben. Aber bei diesem Artikel der etwas „Bunte“ & „Gala“ wirkenden „Huffington Post“, fiel mir wirklich nichts mehr ein, was nicht einer Selbstzensur zum Opfer fallen würde.

Ein Mann reflektiert dort sein Leben nach 20 Jahren Ehe und u.a. im „Focus“, welcher die HP ja extensiv bewirbt, wird er, einem Kniefall gleichkommend, nun voll promoted. Es  fallen dabei z.B. Worte wie „berührend“, oder ähnliches.

Aber macht euch selbst ein Bild:

Scheidung: Ein offener Brief an meine Ex-Frau

Heute waren 20 Jahre Ehe im Gerichtsraum 2-D zu Ende.

Um ehrlich zu sein, war es unwirklich. Als wir vor Monaten diese Entscheidung getroffen hatten, hatte es sich angefühlt, als würde die Welt untergehen. Ich hatte Angst davor, wie das Leben ohne dich aussehen würde.

Aber jetzt, an diesem Punkt, scheint es, als könnte ich es überleben. Ich habe mal das Sprichwort gelesen: „Angst macht den Wolf größer, als er ist.“ Und ich hatte wirklich Angst vor dem Leben ohne dich. Du warst so lange Zeit die eine Konstante in meine Leben …

Was so ‚rührend‘ beginnt, wird in einem, mir fällt dazu nichts anderes ein, als das Wort Kotau (der ehrerbietende Gruß an das ‚Kaiserinnenreich‘), fortgeschrieben:


(‚Problem solved‘ aka gelöst)

Denn offenbar scheint die Scheidung von der Frau ausgegangen zu sein, was ja auch dem statistischem Mittelübergewicht entspricht. Und so drängt(e) sich mir schon die Vermutung auf, dass aus dem Artikel eine Art Stockholm-Syndrom spricht, was aber lediglich meine persönliche Mutmaßung ist.

Aus dem Beitrag des Autoren spricht jedenfalls viel Selbstgeißelung und -unterwerfung. Aber das steht nicht an mir, dieses zu beurteilen. Dennoch verwundert es mich, solches eher aus Männersicht zu lesen oder zu hören, wenn ich auf Trennungsforen von und über Frauen meist so etwas, wie
-in dieser kumulierten Form- zu lesen bekomme:

– Ich will mich scheiden lassen, was steht mir zu?
– Er liebt mich nicht mehr, wie mache ich ihn fertig?
– Wie kann ich verhindern, dass er die Kinder sieht?
– … usw., aus diesem Abgrund weiblicher Empathie!

Ich möchte für den Autor nicht hoffen, dass es bei ihm so abgelaufen ist – und sich beide Seiten über den Konsens von Fairness geeinigt haben bzw. auch im Kopf hatten, dass da 3 (drei!) Kinder im Spiel sind, die mit Sicherheit gerade alle entwurzelt und ihrer Sicherheit beraubt worden sind. Sarkastisch formuliert könnte man auch von einer ‚Scheidungen in spe‘ sprechen, da Trennungskinder besonders oft selbst zu Scheidungseltern werden.

Insofern wäre Sitzungssaal 3-D wohl besser gewesen. Denn eine dreidimensionale Betrachtung ist immer besser, als die Welt nur mit
einem ein-, oder zweidimensionalen Tunnelblick zu erleben.

Und wie dieser aussehen kann, bzw. welche Auswirkungen es hat, das kann man anschaulich an ‚real existierenden‘ Menschen im TrennungsFAQ nachlesen.

Insofern wünsche ich dem Ersteller des Beitrages, Herrn Cheshire, dass er es mit der Ex im Sinne der Kinder besser hinbekommt – oder schon bekommen hat.

Nach Saal 2-D.

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