Ein ganz normaler Arbeitstag hat begonnen. Millionen Menschen schleppen sich am diesem Montag zum täglichen Job – mit mehr oder weniger Lust & Frust. Und sie registrieren gegebenenfalls, dass es heute, nach dem so genannten „Welttoilettentag“, einem „Weltfrauentag“ oder dem „Tag des Kusses“, einen aktuellen Thementag gibt, welcher jenem Weltmännertag den Rang im Downgrade der Geschlechter den Rang ablaufen könnte:

Der 29. September ist der (imaginäre) – Weltjungentag

Nicht, dass dazu irgendeinem Medium wie „Welt“, „Spiegel“, „Zeit“, „SZ“ und der „Emma“ auch nur ein irgendein diesbezüglich gearteter Artikel einfallen wird – das prophezeie ich schon jetzt; einen Tag vorher. Der „Welttoilettentag“ war es den Medien ja schon genug wert, mal weniges über kulturelle Errungenschaften zu schreiben. Aber über Jungs, ‚Göttin‘ bewahre.

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„Da Jungen überwiegend von Frauen erzogen werden, entwickeln sie für ihr Selbstbewusstsein eine männliche Identität durch die Abgrenzung von dem, was sie als „typisch weiblich“ erleben [..]

Um ein realistisches Bild von „Männlichkeit“ zu bekommen, braucht ein Junge dringend den täglichen Umgang mit Männern, die Jungs erziehen …“

Würde ich ideologisch denken, dann würde hier garnichts stehen, denn die kleinen ‚Patriarchen‘ sollen gefälligst funktionieren. Wäre ich Femistin, dann stünde hier wohl sinngemäß: „so what?“ (Übersetzung: „ja und“)

Schriebe ich so auf Twitter, es wären dann wohl Hashtags wie #freeourgirls oder #heforshe und was weiß ich noch, welchen Aufkreischblödsinn es da sonst noch so gibt – nur damit die Berufsempörte sich mal so richtig pro-aktivistisch fühlen darf.

Aber nich‘ mit mir, nich‘ mit Emannzer

Denken wir also am 29. September 2014 an die kleinen (und größeren) Jungs, fragen wir uns, warum es okay ist, wenn sie Kinderarbeit leisten müssen, als kleine Soldaten in Kriege gezwungen werden, Beschneidungen in diesem Land hinnehmen müssen, in der Schule benachteiligt werden und als Kleinkinder hierzulande, bis zur fünten Klasse kaum noch auf einen Mann treffen.

Begegnen wir ihnen mit einer anerkennden Geste
– diesen Kleinen Helden.

Weiterführendes: „Rettet unsere Jungs
Twitter: „heute ist übrigens internationaler Tag der Jungs! Die Medien sind voll davon…“


Update: Offensichtlich rotiert dieses Datum seit Jahren auf meinem Kalender, ohne, dass es wohl offiziell ausgerufen wurde. Mir war das nicht bewusst, zumal ich nicht mehr weiß, über welcher Quelle ich seinerzeit von diesem Tag in Kenntnis gesetzt wurde.

Wie auch immer, einen „Weltmädchentag“ gibt es, offziell initiiert von „Plan International Deutschland e.V.“ (einer Spendenorganisation, welche sich ausschließlich auf ein Geschlecht konzentriert).

Es lag nicht in meiner Absicht, einen Weltjungentag auszurufen
– auch wenn ich diesen wichtiger denn je finde.

Somit meine Klarstellung, die (k)ein Widerruf ist.
Ich bitte dennoch um Entschuldigung.

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