oder: „Last man standing“?

In einem mehr als lesenswerten Beitrag zum Thema Zensur – ähm, pardon, ‚Meinungsglättung‘, bespricht der Reporter, Moderator, Korrespondent und Studioleiter für das öffentl. rechl. Fernsehen bzw. Betreiber des Blogs von „Lyrik heute“ über die Unkultur unserer so genannten Mainstream-Medien. Manche nennen diese übrigens auch ‚Müllstream‘, was ich persönlich nicht
so ganz abwegig finde.

Aber zuvor, sozusagen als kleines Präludium, dass Bildchen eines Brünettchens,  welches in einem Meer männlicher Tränen baden zu gehen plant:

„I bathe in male Tears“

Dass sich zeitgleich Robin Williams das Leben nahm, weil ihn die Unterhalts-zahlungen an beide Ex-Frauen erdrosselten, das mag wohl eine Träne mehr
in diesem Ozean sein, zeigt aber das Selbstverständniss gewisser Kreise.

Da wollen unsere Medien, welche uns u.a. tagtäglich mit Gender-, Feminismus-, Quoten- und Gleichstellungsartikeln, überschütten, was schreibe ich, penetrieren, natürlich selbstverständlich nicht zurückstehen:

Sturmflut in den Redaktionsstuben: Journalisten ertrinken im Selbstmitleid

Dieselbe Branche, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, uns die feministische Ideologie in den Kopf zu hämmern und die Männerrechtsbewegung totzuschweigen, heult immer lauter bittere Tränen. Wie wäre es denn damit, wenn ihr journalistische Qualität wieder zeigen statt ständig nur behaupten würdet, liebe Kollegen?

Man darf also gespannt sein, wann Heribert Prantl (SZ) vor dem Tegernsee steht und eine Art „Selfie“ macht, auf dem steht: ‚Ich bade in Kollegen-Tränen‘. Vielleicht (fiktiv) auch mit in seinen eigenen. (Wahrscheinlicher und eher aber wohl in denen, der -noch zahlenden- Leser).

Kein Tag vergeht, an dem unsere Journaille ihre eigenen Beiträge (oder sollte man sagen: Manipulationen?), faktenbelegt und tief recherchiert von fast allen Kommentatoren (aka Leserbriefschreibern) um die Ohren geknallt bekommt. Und das so massiv, dass sogar schon das Ausland darauf aufmerksam wurde:

Deutsche Medien: Verlacht, verhöhnt, verspottet

Die deutschen Massenmedien haben den Einfluss auf ihre Leserschaft verloren. Kaum noch ein Beitrag der den Redakteuren nicht links und rechts um die Ohren gehauen wird und kein Tag an dem der „Dritte-Macht“ Anspruch der Journaille brutal immer und immer wieder scheitert.

Seit diesen Tagen schlägt das ‚Imperium‘ nun zurück. Und man fängt, vermeintlich, bei den Quellen und der Wurzel allen Übels an: Den Lesern, Abonnenten und zuvorderst bei der so genannten „Schleppscheiße“
(Erklärung folgt, weiter unten)

(Es fragt sich, wer da wem Badewasser einlässt)

Man beginnt zu zensieren, veröffentlicht vieles nicht – oder reduziert die Kommentarfunktion nach drei kritischen Meinungen auf „geschlossen“ bzw. setzt sie gleich ganz zurück auf Null. Zurnot macht man erst gar keine mehr auf, wie es z.B. aktuell im „Spiegel“ oder anderen Online-Auftritten zu beobachten ist. Das Ganze nennt sich dann wohl ‚redaktionsinterne Leserbindung‘.

Und damit zurück zur Überschrift, dem Aufmacher, und zum bekannten Reporter, Moderator, Korrespondenten und Studioleiter Giselher Suhr

In seinem bemerkenswerten Artikel in „Freie Welt“ schreibt er einen, mehr als treffenden Artikel über diese Badewanne (oder den Orkus) unserer Medien:

… Auf zum letzten Gefecht! Wie die Süddeutsche Zeitung ihre Leser zensieren will.

Ordnung schaffen im Kommentarbereich – okay. Aber wie die SZ jetzt die Abschaffung ihres Kommentarbereichs zu einzelnen Artikeln begründet, zeigt, dass bestimmte Meinungen wohl nicht mehr vorkommen dürfen ..

Dank Herrn Suhrs freundlicher Genehmigung, freue ich mich, diesen hochaktuellen Artikel von ihm hier veröffentlichen zu dürfen. Denn die Brisanz dieses Themas nimmt jeden Tag mehr und mehr zu:

„.. Wenn man sie Leitmedien nennt, fühlen sie sich geschmeichelt. Wenn mann sie als Mainstreammedien tituliert, machen sie auf “Breitmaulfrosch”. Der sagte bekanntlich dem Storch, der seinen Hunger auf Breitmaulfrösche kundtat: “Hier gibt es doch gar keine Breitmaulfrösche!”

Aber es gibt sie, diese Mainstreammedien, die MM. Allen voran die SZ, die auch schon mal Prantls Alpenprawda genannt wird. Ein MM schwimmt im breiten Strom des Konsenses, lässt sich treiben von der buchstäblich “herrschenden” Meinung. Die MMs, wie die Süddeutsche, dienen der Durchsetzung der Deutungshoheit der Nomenklatura Gutmenschen an den Schaltstellen der Macht. Sie müssen nicht selber “gut” sein. Sie leiten ihren Machtanspruch ab von scheinbar unumstößlichen höheren Werten. Als da sind Gerechtigkeit, Klimaschutz, Kampf gegen Rechts und “außenpolitische Zuverlässigkeit” – sprich (West-) Bündnistreue. Sie sind Teil der Macht, und nicht Anwalt der von politischer Machtausübung Betroffenen.

Dieses Mainstream-Machtmonopol ist aber durch die Möglichkeiten des Netzes bedroht. Das zeigt sich am deutlichsten im Kommentarbereich der MM. Wo die Autoren ihre Meinung bisher (wer schreibt der bleibt) unhinterfragt ins Blatt stellen konnten, hat nun der Leser die Möglichkeit, eine Gegenmeinung zu posten. Er kann (endlich) Artikel 5 unseres Grundgesetzes auch für sich in Anspruch nehmen:

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten… Eine Zensur findet nicht statt.

Lange haben die MM dieses Recht in ihren Kommentarbereichen respektiert. Es garantierte Klickzahlen, die als Bedeutungsgewinn willkommen waren.  Aber natürlich waren kritische Kommentare nicht willkommen. Die Süddeutsche Zeitung will deshalb ihre bisherige Kommentarfunktion abschaffen. Natürlich unter Berufung auf einen “höheren”Wert: “Eine bessere öffentliche Streitkultur”.  Aber während die FAZ die Namen ihrer kommentierenden Leser verlangt, will die SZ gar keine Kommentare mehr ohne Zensur ”Moderation” durchgehen lassen. Das bisherige Sperren des Kommentarbereichs für “bestimmte Themen” (SZ) war wohl zu auffällig. Was die SZ selber unter “Streitkultur” versteht zeigt sie, wenn sie Nutzerbeiträge in Onlinezeitungen als “Schleppscheiße” bezeichnet.

Worum es eigentlich geht, ist die Verteidigung des Meinungsmonopols der politischen Korrektheit. Die SZ schreibt zur Begründung ihrer Zensur: “Der Abgrund in den das Land dieser Tage schaut” (Wahlergebnis Sachsen, AfD?) sei in Wahrheit “Ein Spiegel (welch schiefes Bild!) in dem man erkennen kann, welche Brandstifter in den vergangenen Jahren außerhalb des Netzes soviel Feuer gelegt haben, dass es jetzt auch innerhalb brennt”. Und wer sind diese “Brandstifter”? Die SZ nennt Thilo Sarrazin (pars pro toto): “Wenn man beispielsweise an das Verhältnis des ehemaligen Bundesbankers Thilo Sarrazin zu der stets auf ihre demokratische Tradition bedachten SPD betrachtet, fällt es schwer, nicht an einen Querulanten in der Online-Diskussion zu denken.”

Demnach ist ein Sarrazin im Netz wohl ein “Schleppscheißer”. Und solchen Querulanten soll im Netz das Handwerk gelegt werden.

“Vestigia terrent – die Spuren schrecken”, meinte der Fuchs in der Fabel Äsops. Er wollte nicht zum kranken Löwen in die Höhle gehen, weil alle Spuren hinein, aber keine heraus führte.

Ob die SZ eine Kommentarfunktion wie bisher hat oder nicht – davon geht die Welt nicht unter. Was aber ist, wenn sich immer mehr Publisher, die sich in ihrem Meinungsmonopol bedroht fühlen, ein “Querulanten”-Verbot in ihrem Online-Auftritt durchsetzten? Was, wenn der Gesetzgeber sich nach dem Beispiel der MM aufgerufen fühlt, Meinungen eines “Schleppscheißers” und “Brandstifters” wie Sarrazins ganz im Netz zu verbieten? Das Argument dafür hat die Alpenprawda SZ auch schon mitgeliefert: Brandstiftung ist ein Straftatbestand. StGB 306 – siehe insbesonder weiter unten “Querverweise”. Ein kleiner Schritt der Süddeutschen. Ein großer Schritt gegen die Freiheit im Netzt. Leser, hört die Signale! …“


Wahre Worte von Giselher Suhr, so finde ich.
(Man reiche der SZ daher nicht die Tränenvase)

Nachtrag: „AltaSack“ beschäftigt sich auch mit
dem Pluralismus & „Das Ende der Diskussion

Da die Öffentlich-Rechtlichen (ÖR) auch anfangen:
Danisch: „Beginn der offiziellen Amtsmeinung

Die „Tageswoche“ aus der Schweiz zur Krise der
Medien und „Die Revolution des Publikums

„Tichys Einblicke“ veröffentlicht einen lesenswerten
Artikel: „Die Angst des Kurpfuschers vor dem Schrei

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