So langsam kann man wirklich glauben, wir leben wohl -wie Dietmar Wischmeyer schon in der „Heute Show“ sagte, im Land der „Bekloppten und Bescheuerten“. Aber hier geht es nicht um Satire (die kann einem sowieso vergehen in diesem ’schland), sondern um eine Erfindung, welche aus lackierten Fingernägeln eine Art Test á la Lackmus-Streifen für K.O.-Tropfen macht:

Vier männliche Collegestudenten haben einen Nagellack erfunden, mit dem eine Frau sogenannte „Vergewaltigungsdrogen“ wie Rohypnol in ihrem Getränk erkennen kann. “ (via Genderama)

https://emannzer.files.wordpress.com/2014/08/055d9-10354281_321399434681711_1685854789_a.jpg

Aha: Da kommen ein paar ‚Studierende‘ auf die Idee, Frauen, die meinen in einer so genannten „Rape Culture“ (deutsch: Vergewaltigungskultur) zu leben, unter die Arme zu greifen und ihnen somit einen ‚Rohypnolidentifizierungsnagellack‘ frei anzubieten – und schon bekommt die gesamte Feminismusfraktion (nicht nur) in Deuschland Schnappatmung und hyperventiliert ob solcher Zuschiebung der angeblichen ‚Verantwortung‘ auf die Frau.

Arne Hoffmann, der das Thema mit als erster aufgriff, schrieb dazu:

„Nun wird seit einiger Zeit schon diskutiert, ob die Angst vor solchen Drogen nicht stark übertrieben ist. Aber viel bemerkenswerter ist, dass die Männer für ihre Erfindung sofort unter feministischen Beschuss gerieten.“

Ja, was denn auch sonst – und zwar in beiderlei Hinsicht: Erst wird eine Angst geschürt, vom Paradigma Vergewaltigung geschwafelt – und dann kommt das Trommelfeuer, wenn darauf auch noch jemand reagiert. Unerklärliche Welten der feministischen Dialektik eben. Erst Zwietracht säen und dann drauflos schlagen, wenn es denn nur um die Männer (aka die Erfinder) geht.

Mittlerweile zieht das Thema selbst in Deutschland seine Kreise und auch die „FAZ“ berichtet aktuell darüber:

Ein Nagellack soll vor K.O.-Tropfen warnen

Vier amerikanische Studenten entwickeln einen speziellen Nagellack, der seine Farbe verändert, um Frauen vor Vergewaltigungen zu schützen. Nicht alle freut das

[..]Kritikerinnen bemängeln, dass so ein Produkt die Verantwortung den Opfern zuschieben würde. Anstatt Männern zu vermitteln, dass Vergewaltigungen ungeheuerlich sind, würden Frauen dazu angehalten, sich vor etwas zu fürchten, vor dem sie sich eigentlich nicht fürchten sollten. So befürchtet etwa die amerikanische Autorin Kelly Oxford, dass im Falle einer Vergewaltigung ein „hättest-Du-mal-den-Nagellack-gekauft“-Reflex einsetzen würde …

Na, wenn die #Aufkreischerei schon so schön am Entstehen ist, dann will eine Möchtegern-Ikone mit albernem Grimme-Preis natürlich nicht außen vor stehen:

„Anne Wizorek, Medienberaterin und #Aufschrei-Initiatorin sagt auf FAZ.NET-Anfrage: „Klar, es ist irgendwie gut gemeint, aber echtes Empowerment sieht anders aus.“

„Empowert“ wie sie ist, (t)wittert das ‚Fräulein‘ wohl aktuell Morgenluft und hofft auf eine Re-Inkarnation ihres polarisierenden Twitter-Gequietsches. Aber sei es drum; sie ist nur eine Randfigur und möchte wohl gerne mal mit den Großen spielen (als Opfer, selbstverständlich).

Und auch die Feministin, über die bestimmt ‚gerne‘ mal jeder ‚herfallen‘ will, ‚Petite Dame‘ Antje Schrupp echauffiert sich und sieht ihre Zeit gekommen. Einen zurecht (übel)launigen Kommentar dazu – und zum Thema findet man aktuell übrigens auch hier.

Man kann wohl nur jedem Mann anraten, die  „Date-Rape-Drug-Früherkennung“ als dass zu erkennen, was es ist: Entgegengebrachtes Misstrauen! Wenn ihr also eine Frau zum Drink einladet und sie rührt mit den Fingern im Cocktail oder Prosecco herum, dann ist ihr nicht langweilig, sondern dann ist es wohl Zeit abzuhauen (und sie ihre ‚Suppe‘ selbst bezahlen zu lassen). Etwas fieser:

„Das ist sicherlich seine Schuld“
(Bild ist Kontrapunkt zu Abb. I)

Meine, inzwischen verstorbene, Großmutter sagte immer: „Hüte dich vor Frauen mit schmalen Oberlippen“ – Ich würde es aktuell ergänzen um: Sieh‘ zu, dass du erkennst, was sich hinter künstlichen Fingernägeln verbirgt – oder (um jetzt im Kontext des Beitrages zu bleiben) – was dir ‚Lackiererinnen‘ per se unterstellen wollen.


Update I: Die BloggerMein Senf“ („Keine Unschuldsvermutung für Männer“), „AltaSack“ („Weltfremd?“) undMeinungen und Deinungen“ („Ich werde immer trotziger. Geht das nur mir so“) haben ebenfalls vielfach Stellung zur Thematik bezogen. Und auf AllesEvolution“ („Nagellack [..] und die Rape Culture“) gibt es mittlerweile auch eine rege Beteiligung zu diesem Thema.

Update II: Aus den Kommentaren zu Schrupp und Wizorek bzw. dem Artikel:

„An diesem Beispiel erkennt man, daß es dem Feminismus gar nicht mehr um Zusammenarbeit geht. Eine wirklich gute Idee, wie Gesundheit oder vielleicht sogar Leben schützen kann, wird als Fortsetzung der angeblichen rape-Culture angeprangert. Ich denke, daß diese feministische Getöse um diesen Nagellacktester dazu führen wird, daß immer weniger Männer sich bereit zeigen, für weibliche Anliegen zu kämpfen.“

So diese Meinung zum Beitrag der „FAZ“. Und hier noch eine andere:

Wenn meine Tochter mal ausgeht,
verlasse ich mich l
ieber auf den Nagellack
als auf Feministinnen.“

Beide Leserkommentare wurden übrigens am höchsten bewertet.

Update III: Die General-Schuldzuweisung von Antje Schrupp auf ihrem Blog:

„Wenn euch das nicht gefällt, liebe Männer, dann müsst ihr eben eure Geschlechtsgenossen davon abhalten, Frauen KO-Tropfen in den Drink zu schütten. Denn erst, wenn es keine Vergewaltigungen mehr gibt, ist auch keiner von euch mehr verdächtig. Deal with that.“

Ein pfiffiger Kommentator namens Andreas drehte das ganze, der Einfachheit halber, mal um:

„Wenn euch das nicht gefällt, liebe Frauen, daß wir Euch alle nicht mehr ernstnehmen, dann müsst ihr eben Geschlechtsgenossinnen wie Antje Schrupp davon abhalten, solch bizarren Blödsinn zu schreiben. Denn erst, wenn keine Frau mehr solchen Unfug absondert, können wir Euch wieder respektieren. Deal with that.“

Ein Leserbriefschreiber ging in der, auf Genderama veröffentlichten Spiegelung „Generalverdacht“ ins real existierende Eingemachte, was aber ‚A.S. die Zweite‘ sicherlich ignorieren dürfte:

„Solange Frauen Falschbeschuldigungen gegenüber Männern bezüglich Vergewaltigungen erheben, solange sind alle Frauen mal grundsätzlich verdächtig und insbesondere Frauen, die eine Strafanzeige wegen Vergewaltigung einreichen (verdächtig natürlich, potenzielle Falschbeschuldiger zu sein).“

Ich meine übrigens dazu, Frau Schrupp dürfte wohl ‚platzen‘ vor Stolz:

Wenn dir das nicht gefällt, lieber Feminismus, dann musst du eben deine Ideologie davon abhalten, Männern „Schuld & Co. KG“ in ihr Leben zu schütten – und das dann auch noch patriarchalische Dividende zu nennen. Denn erst, wenn es keine ‚positive‘ Diskriminierung mehr gibt, dann ist auch keiner von euch mehr verdächtig, Täterin zu sein. Deal with that.

Deal with that?

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