Arne Hoffmann, Blogger bei Genderama, brachte heute einen guten Artikel darüber, wie so manches mit Manchem (Simplifizierungen & Täterisierung) zusammenhängt: „… und viel Leichenfledderei(den letzten Buchstaben änderte ich von „r“ auf „i“)

Erwähnenswert ist dies vor allem, weil sich simple Vorurteile in pressierende Aggressionen verwandeln, ob es nun um ‚Randgruppen‘ wie Autisten,  bzw. angebliche „Frauenhasser“ oder ähnliches geht. Einen Artikel vom Blogger Lucas Schoppe aufgreifend, welcher unter dem Blog „man tau“ kluge Beiträge schreibt, kommt Hoffmann auf die Parallelität von Simplifizierungen zu sprechen – und regt damit wohl hoffentlich zum Nachdenken an.

Konkret geht es um die Korrelation von Massenmördern und Autisten. Also nichts, was im ersten Moment mit Männerrechten zu tun hat. Aber auf den zweiten, nachdenklichen Blick, sehr wohl eine Analogie zur aktuellen Hysterie um diesen Amokläufer -welche von 6 getöteten Menschen, darunter zweidrittel Männer- zu einem Hass auf die Frauen neu dikt(ion)ieren möchte.

Aber jeder lese selbst – und bilde sich hernach ein Urteil darüber:

Autismus und Massenmord: Der konstruierte Zusammenhang

[..] Stellt man die Frage, was Journalismus und Wissenschaft verbindet, so kommt man schnell zum Ergebnis, dass beide von Aufmerksamkeit leben. Journalisten leben von Auflage und Seitenzugriffen, Wissenschaftler von Publikationen und öffentlichem Interesse an ihrer Forschung; in einer Zeit, in der knappe Forschungsgelder zunehmend eine Konkurrenzsituation herstellen.

An diesem Punkt gehen Journalismus und Wissenschaft eine Symbiose ein: Populäre Forschungsthemen geben knackige Meldungen mit Lesegarantie her, und Medieninteresse rechtfertigt die neuerliche Bewilligung von Forschungsgeldern und Drittmitteln.

Was also könnte besser sein, als Themen miteinander zu verknüpfen, die aktuell im öffentlichen Bewusstsein recht präsent sind – etwa Autismus und Massenmord?

[.. es] geistert die angebliche Verbindung zwischen Autismus und Gewalttaten durch Presse und wissenschaftliche Publikationen. Und wenn das Gerücht nicht kleinzukriegen ist, dann muss wohl etwas dran sein.

[..] Dieses Muster setzt sich fort. So bezieht sich die Studie lieber auf ein Paper des Autismusforschers Michael Fitzgerald, der einen Subtyp zum Asperger-Syndrom entdeckt haben möchte, dem er den klangvollen Namen “Criminal Autistic Psychopathy” gibt, als auf die Diagnose des Gutachters von Jeffrey Dahmer …

In ihrem recht durchdachten – und mit Fakten hinterlegtem Artikel, zerlegt die Autorin Mela Eckenfels regelrecht die Mechanismen, wie Medien einen ausgrenzenden Populismus betreiben.

Nun nehmen wir den, vermutlich am Asperger-Syndrom (u.v.a.m.) erkrankten Elliot R. und fragen uns, warum diese Krankheit in den Online-Zeitungen nicht mal erwähnt wurde. Ganz einfach: Es geht in den deutschen Medien halt immer noch eine Stufe tiefer.

Denn was eignet sich besser, als einen „Frauenhasser“ als Kriminellen darzustellen, wo der als Mann doch nur allzugut der gewünschten ‚Zielgruppe‘ weiblicher Leser (oder entsprechend konnotierte Menschen) zu entsprechen scheint (bzw. derem Weltbild). Ein Diktum, welches jeder am Nachmittag im TV nachvollziehen kann – und muss.

Ob nun Autist, Frauenhasser, Ritalin-vollgepumpter o.ä. – vollkommen egal in diesem Land. Hauptsache: Vorurteile werden dem „gemeinen Volk“ weiterhin oktroyiert und Agitationen  (u.a. gegen ein ganzes Geschlecht) mit so genanntem, angeblich zitierbarem Hintegrundmaterial, medial vollgepumpt!

Was ist das also anderes, als ein virtueller ‚Massenmord‘?

(Und warum bildet das generische Maskulinum
in Medien bei diesen Themen immer wieder
ein s.g. Alleinstellungsmerkmal?)

Abstoßende Mechanismen,
welche u.a. Spiegel = Bild
geradezu evozieren!

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