In einem etwas verunglückten Beitrag gestern zum ESC (European Song Contest), vermengt mit Martin Schulz (SPD), den ich heute morgen gelöscht habe, ging ich auf den Hype um die Kunstfigur Conchita Wurst ein. Ich bin mir übrigens sicher, dass dieser Name nicht per Inspiration entstanden ist, sondern einem strengem Kalkül folgte. Nach all dem Gejubel über die europaweite Toleranz setzt allerdings nun wohl allmählich Katerstimmung ein, z.B. bei der „Bild“:

Muss ich Conchita Wurst gut finden?

Auch wenn mich die gesamte Netzgemeinde dafür hasst, mich als homophob brandmarkt oder gar als Versteher des russischen Extrem-Politikers Schirinowskij verhöhnt:

Conchita Wurst ist nichts für mich.

Einige meiner besten Freunde sind homosexuell. Einer meiner journalistischen Lehrmeister war schwul. Und ich habe viel von ihm gelernt.

Trotzdem sträubt sich alles in mir, wenn ich Conchita Wurst und die Lobhudelei auf sie und unser angeblich tolerantes Europa lese.

Na, das ist doch endlich mal ein Statement wider dem aktuell vorherrschenden Meinungsmonologismus. Und zumindestens ein Medium traut sich, gegen die herrschende Ideologie anzuschreiben. Auch wenn der Autor Béla Anda in vorauseilendem Gehorsam schreibt: „… Einige meiner besten Freunde sind homosexuell. Einer meiner journalistischen Lehrmeister war schwul. Und ich habe viel von ihm gelernt. …“ Soweit sind wir also schon (und ich nehme mich davon nicht aus), dass wir uns erklären müssen vorab, bevor wir kritisieren ‚dürfen‘. Ähnliches liest man ja auch in Preludien wie „… ich habe ja nichts gegen Frauen, aber …“

Wie auch immer, selbst die eher feministische „Süddeutsche Zeitung“ rudert mittlerweile auch etwas zurück im Artikel „Europa einig tolerant? Von wegen!“ der Autorin Carolin Gasteiger. Und Sido, Mitglied der Jury musste sich mittlerweile übrigens auch noch dafür rechtfertigen, warum er null Punkte für dieses Kunstprodukt gab. Gegen eine andere Jurorin, die sich ebenfalls nicht für dieses Lied erwärmen konnte, läuft mittlerweile ein s.g. Shitstorm im Netz – und das zeigt doch, wie ach so tolerant wir in diesem Europa sind. Toleranz ja, aber nur solange die ‚populationistische‘ Minderheit bestimmen darf, wohin die Reise zu gehen hat – oder etwa nicht?

Eurovision Song Contest: Homophobe dringend gesucht!

Der Jackpot in der politisch korrekten Umverteilungsanstalt wurde geknackt

Conchita Wurst vertritt Österreich diese Woche beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen. Wurst ist eine Kunstfigur. Bei ihr handelt es sich um den jungen Tom Neuwirth, der bisher erfolglos versucht hat, im Musikgeschäft Karriere zu machen. Erst als er sich in Damenkleider gezwängt und sich einen Bart ins Gesicht gepinselt hat, hat es geklappt. Hinter Wurst steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der ORF.  Er hat sie ohne jede Publikumsbeteiligung, wie das sonst üblich ist, nominiert. Die Wurst ist derzeit auf allen ORF-Kanälen omnipräsent.  Der ORF versucht alles, um einen Hype rund um den Herrn mit Bart und Damenkleidern zu erzeugen.

Da ist es auch nicht so wichtig, dass sein Gesang eher durchschnittlich ist. Das machen Vollbart, weibliches Aussehen und Glitzerkostüme wieder wett. Keine schlechten PR-Strategie. Wurst ist ein öffentlich-rechtlicher Werbeträger für die Gender-Mainstream-Ideologie. Ein Staatskünstler durch und durch.

Tja, wer mag da dem ef-Autor des Magazins, Werner Reichel von „eigentümlich frei“ da widersprechen? Nun, ein paar andere Zeitungen gehen langsam mit, wie bereits oben aufgezeigt. Aber auch bei manchen Bloggern regt sich Kritik: „Maennerstreik“ schreibt u.a.:

„… Nun war also gestern wieder ESC in Kopenhagen und Österreich hat mit dem bärtigen Transvestiten Conchita Wurst gewonnen. Beziehungsweise es war politisch gewollt, dass dieser gewinnt. Schließlich soll auf der einen Seite die politische Agenda des Gender Mainstreamings weiter penetriert werden, auf der anderen Seite eignet sich so etwas natürlich bestens, um politisch die Distanz gen Osten, insbesondere gegenüber Russland, zu erhalten und vielleicht gar noch auszubauen. …“

Meine Antwort darauf (in Auszügen):

„Endlich sagt es mal jemand. Und ich denke, dass dies nichts mit Intoleranz zu tun hat oder irgendwelcher Homo-, Queer- oder sonstwas für Phobie(n), Dieser ESC war eine politische Veranstaltung und glaube mal keiner, dass die oben erwähnte Lobby nicht die (bis zu zwanzig erlaubten Anrufe) größtenteils als Zuschauerumfrage ‘missbraucht’ hat. Die sind gut organisiert und dürften ihre Leute mobilisiert haben. Das ist aber nur eine Vermutung von mir.

Initialisiert wurden sie durch die Medien, denn es verging kein Tag, ohne dass diese Wurst auf jedem erdenklichen Online-Auftritt promoted wurde bzw. den Lesern vor die Augen geknallt sein dürfte. Und interessant ist auch, dass die deutsche Fachjury dem/der Kandidatin/en Null Punkte gab.

[..]Insofern verstehe ich den Hype sogar, zu dem mittlerweile zurückgerudert wird. Ich kenne niemanden, der vom Gewinner angetan ist und mein Kind, mit dem ich diesen ESC gesehen habe, war vollkommen entsetzt von diesem Anblick.“

Ich hatte es an anderer Stelle mal (sinngemäß) einem bekannten Blogger und Autor geschrieben, den ich persönlich sehr schätze: Je mehr die Leute einer einer bestimmten Szene, deren Existenz ich  bisher immer akzeptiert habe, beginnen zu fordern, zu viktimisieren und anzuklagen, desto mehr schwindet meine Toleranzschwelle diesbezüglich. Gleiches gilt für mich auch beim Feminismus und anderen Ismen.

Dieses Jahr hat es der ESC eindeutig übertrieben.
Und ja – ich habe auch Freunde die …

Nun bin ich bestimmt ‚queerophob‘
Und rasiere mich ab sofort täglich.

PS & eine Anmerkung -> Erkennt jemand die Analogie(?): „Es ist wohl davon auszugehen, dass bei Wurst der gleiche Effekt eintrat, wie seinerzeit bei der finnischen Rockgruppe Lordi, die nur deswegen gewannen, weil überall in Europa die Hardrockfans aufgerufen hatten, kräftig für Lordi zu voten.“

Nachtrag: Der Autor und Blogger Jürgen Elsässer setzt sich ebenfalls mit dem ESC kritisch auseinander: Eurovision: Statt Ekel-Wurst – ich will Lena zurück!

Und Alf Poier: „Wenn jemand nicht weiß, ob er ein Manderl oder ein Weiberl ist, dann gehört er eher zum Psychotherapeuten als zum Song Contest.

Sowie Agens e.V.: „Alles Wurst

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