Rainer Brüderle setzt sich nach einem Jahr zur Wehr und redet in seinem bald erscheinenden Buch, welches übrigens von Gregor Gisy flankiert wird, wohl mal endlich Klartext zum Thema Journallie und Kampagne. Die Medien überschlagen sich natürlich schon im Vorfeld, wie Genderama am Beispiel „Spiegel“ heute erläuterte: „dass Spiegel-Online auch zu den stärksten Anheizern bei der medialen Sexismus-Kampagne gehörte

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es zuerst Brüderle war, dem sexistische Äußerungen der „Stern“ Autorin Laura Himmelreich entgegen geschleudert wurden, sinngemäß: „ob er sich in seinem Alter noch fit genug für seinen Job fühlen würde“ – und kein Medium hat diesen Alterssexsimus einer ’stalkenden‘ Journalistin je thematisiert, denn Himmelreich folgte Brüderle in die Bar und ging ihn dann an; um dieses nach einer ‚Schockphase‘ von einem Jahr im „Stern“ zu verwursten.

Wie auch immer: Die Tageszeitung „Welt“ kommt auch nicht umhin, neben Sarazzin und Akif Pirinçci, nun auch Brüderle ’niederzufeminisieren‘:

Ordentlich was in der Hose

Rainer Brüderle hatte bislang zur Dirndl-Affäre geschwiegen. In einem Interview spricht er jetzt von einer „Attacke“, die „von langer Hand“ geplant worden sei. Über die Paranoia des Altherrensexismus.

Anschließend strotzt dieser Artikel von der Autorin Mara Delius nur so vor Übertreibungen und Unterstellungen, auf die es sich im einzelnen gar nicht weiter einzugehen lohnt. Denn das machen schon die fast ausnahmslos Kontra-gebenden Kommentatoren.

Richtig schlimm wird es allerdings im letzten Absatz, und daher auch der Betreff, indem Delius ‚die Spiele‘ beginnen lassen will – gerade so, als ob wir uns noch im Alten Rom befinden würden:

.. Ist es vorstellbar, dass eine Frau in einer Machtposition in die Runde um sie grölt, der junge Typ da drüben habe sicher ordentlich was in der Hose? Eben. Gleiches Recht für alle. Und dann gerne: Kampf!

Nun ja, es ist ihrer – aber wird definitiv nicht ‚Mein Kampf‘!

Und es ist erschreckend zu lesen, wie sehr die Polarisierung der Geschlechter, welche auf der Richter-Skala eh schon ganz oben steht, durch solche ‚Qualitätsmedien‘ noch weiter gepusht wird. Soviel habe auch ich nicht nur „in der Hose“, um das mal feststellen zu dürfen …

Nachtrag: Zu ‚Mein Kampf‘ brachte „Genderama“, am selben Tag, einen interessanten Hinweis zu Propaganda und angeblicher ‚rape culture‘

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