Immer wenn man denkt, die Erfindung einer neuen Diskriminierung in diesem Land sei nicht mehr möglich, dann kommt bestimmt eine Redakteurin (oder ein Journalist) daher -und stellt via ‚recherchierter‘ Studie fest, dass besonders Frauen in irgendeinem Bereich immer noch ‚unterdrückt‘ werden bzw. sind. Heute also etwas gänzlich Neues aus dem „Spiegel“; sozusagen die 2.500te Zugabe zum Opfer-Abo, der Quote und einer Vereinbarkeit von Familie und Beruf – quasi eine ‚Vierfachbelastung‘ und ‚Fachkräftemangelausgleichsverhinderung‘:

Texte von Stellenanzeigen
Männliche“ Wörter schrecken Frauen ab

Offensiv, durchsetzungsstark, analytisch – wenn diese Eigenschaften in einer Stellenanzeige verlangt werden, vergeht vielen Frauen die Lust auf eine Bewerbung. Männern sind Formulierungen egal, ergab eine Studie der TU München.

[..]Schon die Formulierung einer Ausschreibung entscheidet darüber, ob eine Frau oder ein Mann den Jobzuschlag bekommt – weil sich Frauen im Zweifel gar nicht erst bewerben. Sie fühlen sich von Begriffen wie „zielstrebig“ und „durchsetzungsstark“ weniger angesprochen, weil diese mit männlichen Stereotypen verbunden sind. Das haben Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München herausgefunden.

So so: „Schon die Formulierung einer Ausschreibung entscheidet darüber, ob eine Frau oder ein Mann den Jobzuschlag bekommt“. Das muss man erst mal reflektieren, wie manipulierend und abstrus diese Form der journalistischen Rhetorik in diesem Artikel eigentlich ist.

Denn die Autorin Verena Töpper macht genau solches: Vermeintliche Fakten und ihre Opferdeutung zu einer Melange aus Frauenbenachteiligung und angebliche Erkenntnisse der Forschung von  einer Gruppe von „Wissenschaftlerinnen“ zusammenzurühren. Eine Form des feministischen Druidismus in den Medien, welche einen Miraculix wahrscheinlich erfürchtig erschauern ließe …

Man denke mal kurz darüber nach, wie der behauptete „Jobzuschlag“ im Widerspruch zu dem postuliertem Faktum einer tatsächlich stattgefundenen Nichtbewerbung steht: Weil Frauen von Adjektiven, welche im Artikel kurzerhand als  „Männlich“ defniert werden, abgeschreckt sind („.. vergeht vielen Frauen die Lust auf eine Bewerbung ..“). Nicht nur, dass sie sich nicht nur nicht bewerben – Nein, sie bekommen auch noch nicht mal den „Zuschlag“ – verstehe das wer will.

Und im übrigen ist es ein Schlag ins Gesicht vieler Frauen, die einen guten Job machen bzw. sich überhaupt auf ‚Sowas‘ einlassen und bewerben; trotz dieser ‚frauenfeindlichen‘ Vakanzen. Aber was soll’s: Stellen wir uns besser zukünftig auf solche, noch fiktiven Annoncen ein:

– „.. Einfühlsame und gefühlvolle Projektleiterin-Offshore mit viel Sinn für Ästhetik gesucht ..“
– „.. Sie sind sympathisch, flexibel und empathisch – dann sind Sie unser technischer Leiter (f/m) ..“

Und bestimmt gibt es dazu bald einen Entwurf für einem europaweitem Gesetzesvorschlag von der ‚EU-Quoten-Kommissarin‘ Vivian Reding hierzu, dann wird sicherlich Alles gut.

 

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